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Deutschland / Weltweit Altkanzler Kohl als Mitfavorit beim Friedensnobelpreis?
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Altkanzler Kohl als Mitfavorit beim Friedensnobelpreis?
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10:43 07.10.2010
Altkanzler Helmut Kohl bei einem CDU-Festakt am 1. Oktober in Hamburg.
Altkanzler Helmut Kohl bei einem CDU-Festakt am 1. Oktober in Hamburg. Quelle: dpa
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Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl gehört in diesem Jahr zum engeren Anwärterkreis beim Friedensnobelpreis. Das berichtete der norwegische TV-Sender NRK kurz vor der Entscheidung über den Preis am Freitag in Oslo. Der 80-jährige CDU-Politiker ist im Gefolge der deutschen Vereinigung immer wieder für die berühmte Auszeichnung vorgeschlagen worden. Als Hintergrund gilt Kohls Beitrag zur friedlichen Überwindung der deutschen Spaltung und der Blockteilung in Europa. Letzter deutscher Träger des Friedensnobelpreises war 1971 der damalige Bundeskanzler Willy Brandt. Er wurde für seine Politik zur Aussöhnung mit osteuropäischen Nachbarn der Bundesrepublik ausgezeichnet.

Als Favoriten für dieses Jahr gelten mehrere Menschenrechtler, darunter die Namen des inhaftierten chinesischen Dissidenten Liu Xiabo und der afghanischen Menschenrechtlerin Simi Samar.

Kurz vor der Entscheidung des Komitees setzte sich der frühere argentinische Fußballstar und Ex-Nationaltrainer Diego Maradona dafür ein, dass die Organisation der Großmütter des Maiplatzes (Abuelas de la Plaza de Mayo) ausgezeichnet wird. Die Großmütter suchen seit mehr als 30 Jahren nach den von der Militärdiktatur (1976-1983) geraubten Kindern.

Für eine Vergabe an Liu Xiabo setzten sich unter anderem der tschechische Ex-Präsident Vaclav Havel und der Dalai Lama ein. Als aussichtsreiche russische Kandidatin gilt Swetlana Gannuschkina von der vor allem für Tschetschenen aktiven Flüchtlingshilfsorganisation „Zivile Unterstützung“.

Im letzten Jahr hatte US-Präsident Barack Obama völlig überraschend die mit zehn Millionen schwedischen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotierte Auszeichnung erhalten, obwohl er damals erst knapp ein Jahr im Amt war. In der Begründung hieß es, Obama habe „ein neues internationales Klima geschaffen“. Die Entscheidung war danach umstritten, und auch Obama selbst meinte, dass er den Preis eigentlich noch nicht verdient habe.

Unter der Rekordzahl von 237 Nominierten sind dieses Jahr 38 Organisationen. Hier werden die besten Aussichten dem Sondergerichtshof für Sierra Leone (SCSL) zu Verbrechen im Bürgerkrieg und dem in Oslo ansässigen Exil-Radiosender Democratic Voice of Burma eingeräumt.

dpa