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Deutschland / Weltweit Augenzeugen berichten von Massakern
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14:05 21.05.2014
Foto: Erst am Dienstag wurden mehr als 100 Menschen bei einem Anschlag in der nigerianischen Stadt Jos getötet. Quelle: rtr
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Nur wenige Stunden nach einem Anschlag in der zentralnigerianischen Stadt Jos, wo über 100 Menschen bei Bombenexplosionen ums Leben kamen, werden Berichte über weitere Gräueltaten bekannt. Demnach wurden mindestens 30 Menschen bei zwei Überfällen im Nordosten Nigerias getötet. Bei einem Überfall auf die Ortschaft Shawa nahe Chibok seien am Montag zehn Menschen umgebracht worden, berichteten Anwohner am Mittwoch. Am Dienstagabend hätten die Angreifer dann das Nachbardorf Alagarno überfallen und 20 weitere Menschen getötet sowie mehrere Häuser angezündet, berichteten Augenzeugen des Geschehens.

Selbst auf flüchtende Zivilisten hätten die Plünderer noch geschossen. Viele Überlebende des Blutvergießens suchten Schutz im nahegelegenen Chibok, wo Boko Haram Mitte April mehr als 200 Schülerinnen als Geiseln genommen hatte. Das in der Region präsente Militär kam ihnen zunächst offenbar nicht zu Hilfe: Einem Bewohner von Alagarno zufolge konnten die Angreifer auf ihrem Rückzug noch ungestört drei defekte Fluchtfahrzeuge reparieren, ohne dass Soldaten eingeschritten seien.

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Boko Haram kämpft im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamistischen Staat. Seit dem Jahr 2009 verüben die Extremisten immer wieder Anschläge auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Kirchen und Schulen. Nigerias Regierung forderte den UN-Sicherheitsrat am Dienstag offiziell auf, Boko Haram als Terrororganisation einzustufen und wegen Verbindungen zu Al-Kaida auf die Sanktionsliste gegen das Terrornetzwerk zu setzen. Falls keines der 15 Mitglieder des UN-Gremiums Einspruch erhebt, tritt die Maßnahme am Donnerstagabend in Kraft.

dpa/afp/zys