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Deutschland / Weltweit Becker kooperierte zwei Jahre mit dem Verfassungsschutz
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Becker kooperierte zwei Jahre mit dem Verfassungsschutz
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12:25 05.09.2009
Ausgeschlossen wird von den Behörden, dass Verena Becker schon vor 1981 mit dem Verfassungsschutz kooperierte. Quelle: ddp (Archiv)
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Die Ex-RAF-Terroristin Verena Becker soll laut dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ von Herbst 1981 bis Ende 1983 dem Geheimdienst ihr Wissen über die RAF und über den Anschlag auf den Generalbundesanwalt Siegfried Buback offenbart haben. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins erhielt sie dafür ein Honorar von weniger als 5000 Mark und bezahlte davon einen Sprachkurs. Wie der „Spiegel“ weiter berichtete, forderte Becker als Gegenleistung für ihre Aussagen zudem Hafterleichterungen und einen Strafnachlass.

Ausgeschlossen wird von den Behörden, dass Becker schon vor 1981 mit dem Verfassungsschutz kooperierte. „Wenn irgendein Nachrichtendienst Becker schon damals als Quelle gewonnen hätte, hätten wir das gewusst“, zitiert das Magazin Winfried Ridder, den ehemaligen Chef-Auswerter in der Terrorismusabteilung des BfV.

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Dies bestätigt auch ein Bericht der „Süddeutschen Zeitung (Samstagausgabe). Demzufolge schließen die Verfassungsschützer in einem auch der Bundesregierung vorliegenden Bericht aus, dass es zwischen dem Frühjahr 1972 und dem Frühjahr 1980 irgendeine Form der Zusammenarbeit mit Becker gegeben hat. Auch das Berliner Landesamt für Verfassungsschutz habe damals keinerlei Zugang zu Becker gehabt, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Insider der Behörde.

Nach Angaben des „Spiegel“ rechnen Ermittlungsbehörden damit, dass sich Becker im nächsten Jahr wegen des Verdachts, am Buback-Mord beteiligt zu sein, vor Gericht verantworten muss. Becker wies die neuen Vorwürfe bereits nach ihrer Festnahme zurück.

ddp

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