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Deutschland / Weltweit Belfasts Straßen brennen die vierte Nacht in Folge
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Belfasts Straßen brennen die vierte Nacht in Folge
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10:45 07.01.2013
Das ganze Wochenende über kam es in Belfast immer wieder zu Ausschreitungen. 52 Polizisten wurden verletzt, 70 mutmaßliche Randalierer festgenommen. Quelle: dpa
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Belfast

Im nordirischen Belfast ist es in der vierten Nacht in Folge zu Krawallen gekommen. Pro-britische Unionisten bewarfen Polizisten am Sonntagabend mit Absperrgittern, Steinen, Feuerwerkskörpern und Flaschen. Nach Angaben der Polizei ist auch ein Auto in Brand gesteckt worden. Die Proteste richten sich gegen eine Entscheidung des Stadtverwaltung von Belfast, die britische Flagge nur noch an wenigen Tagen im Jahr auf öffentlichen Gebäuden wehen zu lassen.

Am Samstagabend griffen nach einem zunächst weitestgehend friedlichen Protest rund 100 wütende Demonstranten die Polizei mit Steinen, Flaschen, Golfbällen und Feuerwerkskörpern an. Auch Schüsse sollen gefallen sein.

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Ein 38-Jähriger sei unter Verdacht des versuchten Mordes festgenommen worden. Man gehe Berichten nach, dass er eine Reihe scharfer Schüsse auf die Sicherheitskräfte abgegeben habe, teilte die Polizei mit. Mehrere Autos wurden angezündet.

Mehrere Polizisten wurden verletzt; nur wenige mussten allerdings im Krankenhaus behandelt werden. Über das Wochenende gab es Dutzende Festnahmen. Am Samstag wurden in einem Schnellverfahren elf Männer und eine Frau angeklagt.

Die Loyalisten protestieren gegen die Entscheidung der Belfaster Stadtverwaltung von Anfang Dezember, die britische Flagge nicht mehr ständig, sondern nur noch an wenigen Tagen im Jahr auf öffentlichen Gebäuden wehen zu lassen. Sie wollen die klare Demonstration, dass Nordirland weiter zu Großbritannien gehört. Sie lehnen eine Vereinigung mit der Republik Irland ab, wofür sich seit Jahrzehnten republikanische Katholiken - ebenfalls bis heute zum Teil mit Gewalt - einsetzen.

„Es ist eine erschreckende Entwicklung, dass die Polizei unter Beschuss geraten ist“, sagte der Chef der Polizeigewerkschaft, Terry Spence. Es gebe keinen Zweifel, dass es sich bei den Vorfällen um vorher organisierte Gewalt paramilitärischer Gruppen gehandelt habe. Von der pro-britischen, protestantischen Partei Democratic Unionist hieß es, es sei noch zu früh, zu beurteilen, wer verantwortlich sei.

Das ganze Wochenende über war es immer wieder zu Ausschreitungen gekommen. 52 Polizisten wurden verletzt, 70 mutmaßliche Randalierer festgenommen, wie Nordirlands Polizeichef Matt Baggott mitteilte. Gegen 47 Festgenommene seien bereits Strafverfahren eröffnet worden.

dpa