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Deutschland / Weltweit Berlin erinnert an „Wunder“ des Mauerfalls vor 22 Jahren
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Berlin erinnert an „Wunder“ des Mauerfalls vor 22 Jahren
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15:59 09.11.2011
An den Fall der Mauer vor 22 Jahren hat Berlin am Mittwoch mit Blumen und Kerzen erinnert. Quelle: dpa
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Berlin

Am 9. November 1989 wurde Weltgeschichte geschrieben. An den Fall der Mauer vor 22 Jahren hat Berlin am Mittwoch mit Blumen und Kerzen erinnert. In der Kapelle der Versöhnung auf dem früheren Todesstreifen wurde der Maueropfer gedacht. Am Mahnmal der Gedenkstätte zur Mauer entzündeten anschließend Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), CDU-Partei- und Fraktionschef Frank Henkel sowie der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, Kerzen und steckten Rosen in die Mauer.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich an dem Jahrestag für eine Wende in der Europa-Politik aus. „Es ist Zeit für einen Durchbruch zu einem neuen Europa“, sagte Merkel in Berlin. Es müsse relativ schnell gehandelt werden. „Denn die Welt wartet nicht auf Europa.“

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Indes stellte Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) im neuen Bericht der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit fest, dass der Osten dem Westen wirtschaftlich weiter hinterherhinkt. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner erreicht demnach etwa 73 Prozent des Westniveaus und hat sich zuletzt kaum verändert. Das verfügbare Einkommen der ostdeutschen Haushalte habe sich in den vergangenen 20 Jahren aber praktisch verdoppelt.

Wowereit dankte all jenen, die „das Wunder des 9. November 1989 möglich gemacht haben“. Gerade die früheren DDR-Bürgerrechtler seien mit Mut und Zivilcourage, aber auch hohem persönlichen Risiko für die Freiheit eingestanden, erklärte der SPD-Politiker. Doch ohne die Freiheitsbewegungen in Ost- und Mitteleuropa hätte die DDR-Bürgerrechtsbewegung nicht eine solche Kraft entwickeln können.

Nach Massenfluchten und Protesten von DDR-Bürgern verkündete SED-Politbüromitglied Günter Schabowski am Abend des 9. November 1989 vor laufenden Kameras überraschend und fast beiläufig die Öffnung der DDR-Grenzen. Noch in der Nacht strömten tausende Ost-Berliner zu einem ersten Besuch in den Westen. Für viele Menschen ist es bis heute ein Wunder, dass die deutsch-deutsche Teilung friedlich überwunden wurde.

dpa