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Deutschland / Weltweit Der Leopard wird noch gebraucht
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20:32 15.10.2014
Die Panzer sollen länger behalten werden, als bisher geplant. Quelle: dpa
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Berlin

Der Ukraine-Konflikt und die auch sonst wachsende Zahl der Krisenherde auf der Welt führen jetzt zu sicherheitspolitischen Konsequenzen: Die Bundeswehr soll mehr schwere Panzer Leopard 2 und mehr Radpanzer des Typs Boxer behalten als bisher geplant. Außerdem soll die Truppe mehr Geld in die Materialerhaltung stecken. Über das künftige Luftabwehrsystem soll noch in diesem Jahr entschieden werden. Darauf verständigten sich die Verteidigungspolitiker von Union und SPD in ihren Haushaltsanträgen 2015.

Sie justieren die Streitkräftereform des früheren Verteidigungsministers Thomas de Maizière (CDU) in Teilen neu. Nach dem geltenden Konzept sollte die Panzerwaffe auf 225 Leopard 2 reduziert werden. Die Koalitionäre wollen jetzt die Bremse beim Ausmustern des weltweit begehrten Kampfpanzers ziehen. Vorhandene Fahrzeuge, die noch nicht ausgeschlachtet sind, sollen in Betrieb gehalten werden. „Wir reden über eine Größenordnung von etwa 100“, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der SPD, Rainer Arnold. Neue Zielgröße sind demnach bis zu 325 Leopard  2. Zum Ende des Kalten Krieges standen noch 2125 Panzer dieses Typs in den Kasernen. Ausgemusterte Exemplare wurden in der Vergangenheit für
1,4 Millionen Euro verkauft.

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Gekostet hatten sie ein Vielfaches

Für einen stärkeren Erhalt der Panzerwaffe hatte sich insbesondere die Union stark gemacht. Ihr verteidigungspolitischer Sprecher Henning Otte (CDU) hatte bereits vor Wochen vorgeschlagen, im niedersächsischen Bergen-Hohne ein neues Bataillon aufzustellen, wenn dort im kommenden Jahr britische Einheiten den Standort räumen. Otte kommt aus Bergen und ist Panzer-Reserveoffizier. „Gepanzerte Kräfte sind ein Hauptpfeiler unserer Landes- und Bündnisverteidigung. Aus diesem Grund befürworte ich die Modernisierung und strukturelle Anpassung der Panzertruppe, auch um auf die sich ändernden sicherheitspolitischen Herausforderungen zu reagieren“, erklärte Otte.

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Hans-Peter Bartels, sprach von einem „starken politischen Signal“. Zur Debatte steht auch, dass die Niederländer 16 Leopard 2 in einen neuen Verband einbringen. Politisch entschieden ist darüber aber noch nicht. Die Anträge der Koalitionsabgeordneten sehen weiter vor, die Leopard-Panzer technisch auf den neusten Stand zu bringen. Die Baureihen der Bundeswehr sind zum Teil veraltet. Zudem soll ein Entwicklungsprogramm für ein langfristiges Nachfolgemodell, ein „Gefechtsfahrzeug der Zukunft“, aufgelegt werden.

Weiter sehen Union und SPD einen größeren Bedarf für Radpanzer vom Typ Boxer. Die jetzigen Strukturen sehen nur noch 190 dieser Transportfahrzeuge vor. Konkrete neue Zahlen wurden noch nicht genannt. Geht es nach den Abgeordneten von Union und SPD, dann steckt das Verteidigungsministerium als Reaktion auf die jüngsten Pannen und Ausfälle insbesondere bei der Luftwaffe mehr Geld in den Erhalt von Großgerät.

Arnold Petersen

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