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Deutschland / Weltweit Clinton: „Auch wir haben Extremismus“
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Clinton: „Auch wir haben Extremismus“
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16:39 12.01.2011
Ein Meer aus Kerzen und Blumen: Vor dem Krankenhaus in Tucson, in dem die schwer verletzte Gabrielle Giffords liegt, haben zahlreiche Amerikaner ein Zeichen ihrer Trauer hinterlassen.
Ein Meer aus Kerzen und Blumen: Vor dem Krankenhaus in Tucson, in dem die schwer verletzte Gabrielle Giffords und weitere Verletzte liegen, haben zahlreiche Amerikaner ihrer Trauer Ausdruck verliehen. Quelle: dpa
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US-Außenministerin Hillary Clinton betrachtet das Blutbad in Arizona als eine Form von Extremismus. Wann immer eine politische Debatte oder politische Unzufriedenheit in Gewalt umschlage, handele es sich um Extremismus - ganz gleich, ob es sich um Gruppen wie Al-Kaida, Rechts- oder Linksideologen handele. „Auch wir haben Extremismus“, sagte Clinton bei einem Besuch der Universität in Abu Dhabi. Bei dem Anschlag war die Abgeordnete Gabrielle Giffords schwer verletzt worden. Sechs Menschen kamen ums Leben.

Zugleich wies Sarah Palin - die Galionsfigur der populistischen Tea-Party-Bewegung - Kritik zurück, durch radikale Rhetorik das politische Klima vergiftet zu haben. Es dürfe keine „Blutanklage“ geben, die lediglich zu mehr Hass und Gewalt führe. „Wir müssen Gewalt verurteilen“, sagte sie per Videobotschaft.

Kritiker hatten nach dem Anschlag angeführt, ein vergiftetes politisches Klima sei ein guter Nährboden für politische Gewalt und dabei vor allem die Tea-Party-Bewegung ins Auge gefasst.

Unterdessen begannen die Trauerfeiern für die Opfer. Nach einem ersten Gottesdienst in Tucson stand am Mittwochabend (Ortszeit/0200 MEZ Donnerstag) eine Trauerfeier an, bei der Präsident Barack Obama sprechen wollte. Es wurde erwartet, dass er die Amerikaner zu Geschlossenheit aufruft. In Washington hieß es, er wolle jeden Kommentar zur Debatte über radikale Rhetorik und Gewalt vermeiden.

Im Repräsentantenhaus in Washington wollten die Abgeordneten ebenfalls der Toten und Verletzten gedenken. Dabei sollte eine Resolution verabschiedet werden, in der jede Form politischer Gewalt verurteilt wird.

Giffords geht es unterdessen besser, sie kann nach Angaben der Ärzte bereits selbstständig atmen. Der Täter - ein 22-jähriger junger Mann - hatte ihr aus kurzer Distanz in den Kopf geschossen.

dpa