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Deutschland / Weltweit Datenleck ermöglicht Einblick in zehntausende E-Mails der NPD
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Datenleck ermöglicht Einblick in zehntausende E-Mails der NPD
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17:59 11.02.2011
Ein Datenleck eröffnet Einblicke in das Parteileben der rechtsextremen NPD.
Ein Datenleck eröffnet Einblicke in das Parteileben der rechtsextremen NPD. Quelle: dpa
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Datenleck bei der rechtsextremen NPD: Deutschsprachigen Medien sind mehrere zehntausend E-Mails aus den parteiinternen Kommunikationskanälen zugespielt worden, unter anderen dem „Spiegel“, Spiegel Online und tagesschau.de. Nach ihren Angaben geht es um mehr als 60.000 E-Mails. Die tageszeitung“ (taz) veröffentlichte am Freitag auf ihrer Internetseite eine Auswahl aus dieser elektronischen Post. Aus ihrer Sicht gibt es keinen Zweifel an der Echtheit der Korrespondenz, die einen Einblick in das Parteileben der Rechtsextremisten eröffne.

tagesschau.de sprach von einem „NaziLeak“ und spielte damit auf die Plattform WikiLeaks an, die durch die Veröffentlichung geheimer Dokumente weltweite Bekanntheit erlangt hat, zuletzt durch die Publizierung von US-Diplomatenpost. Der englische Begriff leak bedeutet Leck. Nach Angaben der taz wurde die Mehrzahl der E-Mails zwischen März 2010 und Januar 2011 verschickt, darunter Rechnungen und Darlehensverträge.

Laut tagesschau.de hatte WikiLeaks im vergangenen Jahr auch die Veröffentlichung von 37.000 E-Mails aus der NPD angekündigt, was aber nicht geschah. tagesschau.de liege ein Teil dieser Daten vor, hieß es. Der „Spiegel“ hatte bereits 2008 über interne E-Mails der NPD berichtet.

Die NPD-Parteiführung drohte indes mit juristischen Schritten. „Elektronischer Briefverkehr zwischen Amtsträgern der Partei wie auch zwischen Parteigliederungen, die sich der Verschlüsselungstechnik bedienen, wurden unter Bruch des Fernmeldegeheimnisses aufgezeichnet und wohl auch inhaltlich manipulierte Texte den willigen Journalisten - von wem auch immer - zur Verfügung gestellt“, hieß es in einer am Freitag auf der Homepage der Partei veröffentlichten Erklärung. Sollten Passagen aus solchen möglicherweise manipulierten Briefen genutzt werden, müssten die Medien den Wahrheitsgehalt vor Gericht nachweisen.

dpa