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Deutschland / Weltweit David McAllister sucht seine politische Zukunft in Brüssel
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit David McAllister sucht seine politische Zukunft in Brüssel
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13:52 30.05.2013
Von Klaus Wallbaum
Foto: Niedersachsens früherer Ministerpräsident David McAllister will ab 2014 ins Europaparlament einziehen.
Niedersachsens früherer Ministerpräsident David McAllister will 2014 ins Europaparlament einziehen. Quelle: dpa
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Hannover

Am Freitag tagen der Kreisvorstand der CDU Cuxhaven und der Vorstand des CDU-Bezirksverbandes Elbe-Weser. Es wird damit gerechnet, dass beide Gremien den früheren Regierungschef als Kandidaten für die Europawahlen im Juni 2014 nominieren. Die Landesliste der CDU wird dann am 30. November aufgestellt. Und McAllister dürfte dort Platz eins bekommen.

Im Landtag, das hatte McAllister schon vor Wochen freimütig bekannt, wird er nicht mehr richtig glücklich. Von der zweiten Reihe im Plenum aus betrachtet er, wie sein Nachfolger Stephan Weil oben auf der Regierungsbank agiert. Wenn Rot-Grün jubelt oder mit ihrer Einstimmenmehrheit Erfolge verbucht, sieht man häufig einen traurigen McAllister, der dann reglos auf seinem Platz sitzt - oder den Saal verlässt. Das Angebot seiner CDU, auch mal in eine Debatte einzugreifen, hat der ehemalige Ministerpräsident bisher dankend abgelehnt.

Dem CDU-Fraktionschef Björn Thümler wolle er nicht die Show stehlen. Diese Abstinenz im Landtag war der erste Schritt, sich von der Landespolitik abzunabeln. Die Kandidatur für das EU-Parlament ist der zweite. Dabei betonen aber alle in der CDU, dass McAllister selbstverständlich CDU-Landesvorsitzender bleibe – also trotz Wechsel in die Europapolitik weiterhin die Nummer eins der niedersächsischen Christdemokraten sei. Unüblich sei das nicht, heißt es - auch der neue CDU-Landeschef in Schleswig-Holstein ist nebenher Europaabgeordneter.

McAllister äußert sich zu seinen Plänen nicht öffentlich. „Alles, was ich tue, teile ich zuerst den Parteigremien mit“, sagt er, „schließlich bin ich in diesen Gremien groß geworden“. In seinem Umfeld aber wird berichtet, dass offenbar das entscheidende Gespräch zwischen ihm und Kanzlerin Angela Merkel vergangene Woche stattgefunden hat. Die Regierungschefin hat den „lieben David“, dessen rhetorische Fähigkeiten und unbedingte Loyalität sie im Landtagswahlkampf schätzen gelernt hat, nicht von dem Schritt nach Brüssel abgehalten. Für andere Optionen in Berlin war McAllister immer auch im Gespräch gewesen – neuer Generalsekretär etwa, oder auch Bundesminister nach einer für Merkel erfolgreichen Bundestagswahl. Zu beidem hatte McAllister wenig Neigung, und Merkel hat das offenbar auch akzeptiert.

30.05.2013
Klaus Wallbaum 29.05.2013