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Deutschland / Weltweit Den Deutschen sind Kinder zu teuer
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Den Deutschen sind Kinder zu teuer
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10:34 02.08.2013
Von Michael B. Berger
In Deutschland werden zu wenig Kinder geboren. Quelle: dpa
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Hannover

Nach einer aktuellen Umfrage aber sind Betreuungsangebote nicht ausschlaggebend für die Entscheidung, Kinder zu bekommen. Es geht vorrangig um Geld und eigene Karrierechancen.

In einer repräsentativen Umfrage der Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsforschung gaben 67 Prozent an, ein Grund für Kinderlosigkeit seien die hohen Kosten. 60 Prozent der 2000 Befragten ab 14 Jahren vermuteten, Erwachsene wollten „lieber frei und unabhängig sein“, teilte die Stiftung am Donnerstag mit. 57 Prozent gehen davon aus, dass Karriere heute wichtiger sei als Familie. Bei der gleichen Umfrage im Jahr 2011 spielten diese Faktoren noch nicht eine so große Rolle.

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„Die Deutschen haben zunehmend Angst, sich Kinder nicht mehr leisten zu können, erklärte Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung. Mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) geht davon aus, dass trotz aller Betreuungsangebote Karriere und Familie nur schlecht vereinbar seien.

Seit gestern haben alle Kinder im Alter von ein bis drei Jahren einen Rechtsanspruch auf einen staatlich geförderten Betreuungsplatz. Bei zwei berufstätigen Eltern gilt das sogar für Kinder unter einem Jahr. Laut Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) stehen „annähernd ausreichend Plätze“ zur Verfügung, Verbände erwarten dagegen Engpässe bei der Versorgung. In der BAT-Umfrage nannten 45 Prozent der Befragten die staatlichen Voraussetzungen, etwa fehlende Kita-Plätze, als Hindernis fürs Kinderkriegen. In Westdeutschland waren es 60 Prozent der Befragten.

Nach Ansicht des niedersächsischen FDP-Landtagsfraktionschefs Christian Dürr ist ein Umdenken in der Kita-Finanzierung vonnöten. „Wir haben uns viele Gedanken um die Zahl der Kita-Plätze gemacht, müssen aber viel schärfer über die Passgenauigkeit der Angebote reden“, sagte Dürr der HAZ. Der FDP-Politiker schlägt eine grundlegende Diskussion um die bisherigen Finanzierungsregelungen der Kitas vor, die zu unbeweglich seien. Bisher sei es so, dass das Land den Kitas eine Finanzhilfe von 20 Prozent zu den Personalkosten gewähre. Um aber eine bessere Bildung zu garantieren, müsse mehr Geld investiert werden – etwa durch ein Kita-Geld, das sich nach der Zahl der angemeldeten Kinder richte.  

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