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Deutschland / Weltweit Deutsche Jugend blickt optimistisch in die Zukunft
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12:47 14.09.2010
Fast drei Viertel der 2500 Befragten Jugendlichen sind zufrieden mit ihrem Leben.
Fast drei Viertel der 2500 Befragten Jugendlichen sind zufrieden mit ihrem Leben. Quelle: dpa
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Deutschlands Jugendliche blicken optimistischer in die Zukunft - aber bei der Einschätzung ihrer persönlichen Perspektiven klafft die Schere zwischen den sozialen Milieus immer weiter auseinander. Das geht aus der jüngsten Shell-Jugendstudie hervor, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Ob Politikinteresse, Bildungschancen oder soziales Engagement: Die 12- bis 25-Jährigen aus sozial benachteiligten Familien zeigen in allen Bereichen deutlich weniger Zuversicht.

Während insgesamt fast drei Viertel der 2500 Befragten zufrieden mit ihrem Leben sind, äußern sich nur 40 Prozent der Jugendlichen aus der Unterschicht positiv.

Studie: Kinder aus sozial schwachen Familien häufiger krank

Kinder aus sozial schwachen Familien leben nach einer Studie ungesünder und sind häufiger krank. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Jugendforschungsinstituts „iconkids&youth“. Die Meinungsforscher befragten bundesweit insgesamt über 700 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Kinder aus armen Familien gaben dreimal so häufig an, chronisch krank zu sein. Neun Prozent der Kinder aus sozial schwachen Familien sind nach eigenen Angaben chronisch krank. Das sagten nur drei Prozent der Kinder aus sozial bessergestellten Familien von sich selbst.

16 Prozent der sozial benachteiligten Kinder gaben an, sie seien oft krank. Am häufigsten leiden sie nach eigenem Empfinden unter Husten, Erkältung, Fieber und Durchfall. Von den sozial bessergestellten Kindern sagten nur 12 Prozent, sie seien oft krank.

„Kinder in diesem Alter sind normalerweise kerngesund“, sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann, der die Studie wissenschaftlich begleitet hat. „Bei sozial Schwachen wird allerdings häufiger zu Hause im Beisein der Kinder geraucht, so dass sie anfälliger für Atemwegs-Infekte sind.“ Außerdem gingen sie weniger an die frische Luft.

Auch bei der Ernährung gibt es Unterschiede: Während fast 60 Prozent der Kinder aus armen Familien angaben, an mindestens sechs Tagen pro Woche Süßigkeiten und Snacks zu essen, waren es bei den Kindern aus sozial bessergestellten Familien nur 38 Prozent. Jedes dritte Kind aus einer sozial schwachen Familie trinkt mindestens an sechs Tagen in der Woche zuckerhaltige Limonade - in bessergestellten Familien ist es dagegen nur jedes vierte.

Fast jedes vierte Kind aus einer sozial benachteiligten Familie fühlt sich der Studie zufolge „ein bisschen zu dick“. Bei den bessergestellten Mädchen und Jungen waren es nur 15 Prozent. Die Kinder waren im Auftrag eines Pharmaherstellers befragt worden.

dpa