Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Deutschland / Weltweit Deutsche Parkhäuser und Discounter bieten Platz für Millionen Wohnungen
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Deutsche Parkhäuser und Discounter bieten Platz für Millionen Wohnungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:04 27.02.2019
Auf dem Dach dieser Lidl-Filiale im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg sind Wohnungen entstanden. Quelle: Wolfgang Kumm/dpa
Berlin

Deutsche Städte brauchen mehr Wohnungen, aber Bauland ist kostbar. Wie man neuen Wohnraum schaffen kann, ohne dafür Platz zu brauchen, hat eine neue Studie der Technischen Universität Darmstadt mit dem Techel-Institut erforscht. Dabei haben die Forscher sich speziell auf solche Gebäude konzentriert, in denen bisher niemand lebt.

Innerstädtische Parkhäuser, Discounter und Bürogebäude bergen der Studie zufolge bundesweit Potenzial für 2,3 bis 2,7 Millionen Wohnungen. Dazu muss man sie aufstocken, umnutzen oder Flächen um sie herum wie beispielsweise Parkplätze neu verwerten. Regelungen im Baurecht können solche Vorhaben behindern, aber auch die Akzeptanz in der Nachbarschaft ist nicht selbstverständlich.

 560.000 Wohnungen auf Bürotürmen

Allein auf den Flächen von Discountern und anderen Einzelhandelsgeschäften könnten bundesweit 400.000 Wohnungen entstehen, errechnet die Studie. Die Verkaufsfläche soll dabei erhalten bleiben.

Auf dem Dach von Büro- und Verwaltungsgebäuden ist Platz für 560.000 Wohnungen. Viele solcher Gebäude stehen außerdem leer, so die Studie. Würde man sie neu nutzen, könnten darin 350.000 Wohnungen entstehen.

 Beim Berechnen der Zahlen haben die Autoren der Studie bereits daran gedacht, dass die zusätzlichen Bewohner dieser Stadtviertel auch Platz für soziale Infrastruktur wie Schulen und Kindergärten brauchen. 

Neues Recht und Fördergelder?

16 Verbände der Bau- und Immobilienbranche haben die Studie in Auftrag gegeben. Sie fordern, dass die Baunutzungsverordnung und das Bauordnungsrecht angepasst werden, damit Nicht-Wohngebäude zu Wohngebäuden werden können.

So soll es in manchen Fällen möglich werden, mehr Geschosse aufeinander zu bauen. Was Schallschutz, Wärme und Barrierefreiheit angeht, müssten sich die Anforderungen für aufgestockte Wohnungen verringern. Außerdem sollen solche Erweiterungen und Umbauten gezielt gefördert werden, finden die Verbände.

Sie schlagen vor, privaten Investoren anstelle der steuerlichen Normalabschreibung von zwei Prozent eine erhöhte Abschreibung von vier bis fünf Prozent anzubieten – weil Nutzungsdauer aufgrund der teils älteren Bausubstanz verkürzt sei. Wenn eine Kommune oder eine Genossenschaft aufstockt und umnutzt, solle der Staat 15 Prozent der Kosten übernehmen.

 Protest aus dem Viertel

Doch nicht nur baurechtliche Regeln könnten den Vorhaben im Weg stehen, sondern auch der mögliche Widerspruch aus der Nachbarschaft. Nachverdichtung stößt häufig auf Widerstand.

Dazu kommt: Wenn die neuen Wohnungen von privaten Investoren gebaut werden, seien sie wegen ihrer guten Lage voraussichtlich eher teuer. Das weckt eher keine Sympathien für die die Baumaßnahmen im Viertel.

„Wir sind uns bewusst, dass die Flächen Premiumflächen sein werden“, erklärte Karsten Tichelmann von der TU Darmstadt bei der Vorstellung der Studie am Mittwoch in Berlin. Die Hoffnung sei aber, dass durch die zusätzlichen Wohnungen der Markt entlastet werde.

 Dichte Städte lebenswert

Gegen Nachverdichtungsgegner argumentiert er mit Rankings der lebenswertesten Städte: Gerade Metropolen wie Wien, in denen sich viel mehr Einwohner einen Quadratkilometer teilten als beispielsweise in Berlin, belegten dort regelmäßig die vorderen Plätze.

 Lesen Sie auch: Linke will leerstehende Wohnungen enteignen und beschlagnahmen lassen

Von Elena Butz/RND

Komikerin Carolin Kebekus ist bekannt für ihre spitzen Pointen – gerne auch zu politischen Themen. Im Interview mit dem „Stern“ teilt sie nun gegen Bundesinnenminister Seehofer aus. Und bedient sich eines Witzes, der schon früher auf Twitter kursierte.

27.02.2019

Mounir al-Mottassadeq wurde im Oktober 2018 nach Marokko abgeschoben. Der Terrorhelfer wurde wegen Beihilfe zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in Deutschland verurteilt – ihm wurde offenbar trotzdem Geld ausgezahlt. Ermittler suchen nun den Verantwortlichen.

27.02.2019

Erst der Streit über die Reform des Paragrafen 219a, dann ruft eine geplante Studie des Gesundheitsministers empörte Reaktionen hervor: Über Schwangerschaftsabbrüche wird viel und hitzig diskutiert. Auf die Zahl der Abbrüche hat das aber keine direkten Auswirkungen.

27.02.2019