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00:15 19.09.2013
Nach der Wahl in Bayern kämpft jede Partei für sich um die Wählerstimmen. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Berlin

Ganz unverblümt nimmt die FDP-Spitze sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihre Kampagne in Anspruch. „Wer Merkel haben will, wählt FDP“, sagte Fraktionschef Rainer Brüderle am Montag.Außenminister Guido Westerwelle (Bonn), Entwicklungsminister Dirk Niebel (Heidelberg) und Gesundheitsminister Daniel Bahr (Münster) haben die Wähler in ihren Wahlkreisen bereits aufgerufen, die Erststimme nicht ihnen selbst, sondern dem jeweiligen CDU-Direktkandidaten zu geben. Die für die Sitzverteilung im Bundestag entscheidende Zweitstimme soll dafür an die FDP gehen.

80 Wahlkreise hat die FDP-Spitze ausgemacht, in denen ein solches „Abkommen“ für die CDU-Kandidaten interessant sein könnte, weil der Abstand zwischen ihnen und dem jeweiligen SPD-Bewerber eng ist. In einem Schreiben versucht FDP-Generalsekretär Patrick Döring, den eigenen Kandidaten den Deal nahezubringen. Wie viele Unions- und FDP-Bewerber dieser Empfehlung folgen werden, lässt sich bisher nicht abschätzen. Auch ob die Wähler der Vorgabe folgen werden, ist offen.

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Zwar lehnt die CDU-Spitze in Berlin den schwarz-gelben Zweitstimmen-Deal ab. Doch intern zeigt man auch ein gewisses Verständnis dafür, dass die FDP nach ihrem Wahldebakel in Bayern nun mit allen Mitteln für den Einzug in den Bundestag kämpft. Die FDP hatte in Bayern nur 3,3 Prozent erhalten und liegt auch in bundesweiten Umfragen nur knapp über der Fünf-Prozent-Hürde. Keinesfalls will die CDU-Spitze aber offen dazu aufrufen, mit der Zweitstimme FDP zu wählen.

Gewachsen ist in der CDU-Spitze auch die Sorge vor einem Wahlerfolg der Alternative für Deutschland. Sollte der Anti-Euro-Partei am Sonntag der Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde gelingen, hätte erstmals seit 1949 eine Partei rechts von der Union den Einzug in den Bundestag geschafft. Außerdem wäre eine Fortsetzung von Schwarz-Gelb bei einem Sechs-Fraktionen-Parlament nahezu ausgeschlossen.

Unter Anspielung auf Brüderles Aufforderung, FDP zu wählen, damit Merkel Kanzlerin bleibt, erinnerte der SPD-Abgeordnete Sebastian Edathy gestern daran, dass die FDP schon 1994 mit dem Slogan geworben habe: „FDP wählen, damit Helmut Kohl Kanzler bleibt.“ Westerwelle habe später gesagt, er wolle nie erleben, „dass sich die FDP je wieder so kleinmachen muss“.

Auch der Unionserfolg in Bayern macht der CDU Sorgen – trotz weiterhin guter Umfragewerte. Kanzlerin Merkel wird bis zur Wahl jeden Tag zwei Kundgebungen abhalten, davon zwei in Bayern. Für ein gutes bundesweites Ergebnis braucht die Union auch ein sehr gutes Abschneiden der CSU. Die Unions-strategen befürchten, dass die bayerischen Wähler nach dem Triumph bei der Landtagswahl das Gefühl haben könnten, das Wichtigste sei schon erreicht. Diesem Eindruck wolle man entgegenwirken.

Kai Kollenberg und Joachim Riecker

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