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Deutschland / Weltweit Dominique Strauss-Kahn soll angeblich Zimmermädchen vergewaltigt haben
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Dominique Strauss-Kahn soll angeblich Zimmermädchen vergewaltigt haben
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12:39 15.05.2011
Dominique Strauss-Kahn ist am New Yorker Flughafen festgenommen worden. Quelle: dpa
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New York. Wenige Stunden vor einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ist der Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, nach Medienberichten wegen Sexvorwürfen festgenommen worden. Unmittelbar vor seinem Abflug nach Europa wurde der Franzose am Sonnabenabend (Ortszeit) auf dem New Yorker John-F.-Kennedy -Flughafen aus einem Flugzeug geholt.

Er wird wegen "eines kriminellen Akts" und der "versuchten Vergewaltigung" beschuldigt. Strauss-Kahn gilt als möglicher Kandidat der französischen Sozialisten bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr.

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Er soll versucht haben, in einem New Yorker Luxushotel ein Zimmermädchen zu vergewaltigen. In einigen Medienberichten hieß es am Sonntag, der verheiratete 62-Jährige habe die 32 Jahre alte Frau zum Oralsex gezwungen. Ein New Yorker Polizeisprecher stellte in einem Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur dpa aber klar, dass in diesem Fall die Anklage anders formuliert worden wäre.

Hätte Strauss-Kahn das Zimmermädchen tatsächlich zu Oralsex gezwungen, würde die Anklage nicht nur auf "versuchte Vergewaltigung", sondern auf "Vergewaltigung" lauten.
Nach Angaben des Sprechers ist noch unklar, ob Strauss-Kahn schon am Sonntag einem Richter vorgeführt wird. Dies hänge auch damit zusammen, wie viele andere Fälle es noch gebe.

Die "New York Daily News" berichtet ähnlich, allerdings mit Unterschieden in wichtigen Details. Demnach ließ Strauss-Kahn die Frau nicht etwa gehen, sondern sie befreite sich und floh aus dem Zimmer. Der Franzose sei danach zum Flughafen geflüchtet.

Den Zeitungen zufolge wurde Strauss-Kahn nur zwei Minuten vor dem Start von Polizisten aus dem Flugzeug geholt. Der IWF-Chef hatte sich am Sonntag mit Kanzlerin Merkel in Berlin treffen wollen.

Der frühere französische Finanzminister ist seit 2007 Chef des Währungsfonds. Bereits vor drei Jahren war Strauss-Kahn wegen einer Affäre mit einer Mitarbeiterin ins Zwielicht geraten. Eine interne Untersuchung des IWF war allerdings zu dem Schluss gekommen, dass es weder eine sexuelle Belästigung noch eine Begünstigung gegeben habe.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.