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Deutschland / Weltweit EU will alte Duschköpfe verbieten
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit EU will alte Duschköpfe verbieten
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22:00 02.01.2013
Duschen als Umweltthema: Die EU will Wasser- und Wärmeverbrauch begrenzen. Quelle: dpa
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Brüssel

Die Behörde hat ein vertrauliches Arbeitspapier bereits an den zuständigen Ministerrat weitergeleitet.

Tatsächlich ist der Wasserverbrauch bisher noch nicht EU-weit reguliert. Die sogenannte Öko-Design-Richtlinie von 2009 bezog sich bisher nur auf elektrische Geräte wie Fernseher, Geschirrspüler oder Lampen. Jetzt geht man in Brüssel einen Schritt weiter und will auch solche Geräte und Einrichtungen auf den Prüfstand stellen, die den Umgang mit natürlichen Ressourcen verbessern könnten. Neben Duschköpfen und Wasserhähnen gehören vor allem Fenster, Stromkabel und Kühlschränke für Wein dazu. Wer nach 2014 neu baut oder renoviert, soll bei allen Armaturen sowie der Verglasung der Gebäude nur noch auf EU-genehmigte Produkte zurückgreifen dürfen.

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Da die grundlegende Richtlinie bereits beschlossen wurde, müssen die Auflagen für einzelne neue Produktgruppen nicht mehr das übliche Gesetzgebungsverfahren durchlaufen. Das heißt: Die Beamten diktieren, das Europäische Parlament kann nur bei schwerwiegenden Verfahrensfehlern eingreifen. „Die Öko-Design-Richtlinie ist ein Musterstück aus Planwirtschaft und politischem Dirigismus“, beschwerte sich denn auch schon der FDP-Europa-Abgeordnete Holger Krahmer.

Tatsächlich gelten veraltete Duschköpfe und Wasserhähne als umweltpolitischer Sündenfall. Das Vorgehen aus Brüssel allerdings stößt bei vielen auf Kritik. Viele erinnern sich an die Proteste gegen das Verbot von Glühlampen, das Brüssel in den vergangenen Jahren schrittweise durchgesetzt hat. „Es wäre besser, wenn wir nicht von Brüssel aus bestimmen, was in Bad und Küche geschieht“, heißt es bei den Kritikern der derzeitigen Politik, die es auch in der Kommission gibt. „Solche Detailvorschriften sollten Sache der Mitgliedsstaaten bleiben.“

In Brüssel laufen dennoch die Vorbereitungen. Zuerst soll eine Studie über die erhofften Auswirkungen in Auftrag gegeben werden. Danach folgt der Gesetzentwurf. Der betrifft allerdings nicht nur Privatleute. Denn zu den Produktgruppen, die man im nächsten Schritt ins Energiesparen einbeziehen will, gehören auch Großrechenanlagen von Unternehmen. Auch dort sollte man sich schon mal auf massive Auflagen gefasst machen.

von Detlef Drewes