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Deutschland / Weltweit Elektronischer Steuerabzug erneut gestoppt
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16:48 02.11.2011
Nach Pannen wird die Einführung der papierlosen Steuerkarte verschoben - schon zum zweiten Mal. Quelle: dpa
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Berlin

Als „Desaster“ hat der Bund der Steuerzahler die erneute Verschiebung für die Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte kritisiert. Die Finanzverwaltung müsse jetzt schnellstmöglichst Klarheit für die betroffenen Steuerzahler schaffen, forderte die Organisation am Mittwoch in Berlin. Insbesondere müssten die Arbeitgeber informiert werden, wie der Lohnsteuerabzug im nächsten Jahr vorgenommen werden soll.

Das Bundesfinanzministerium hatte am Dienstag mitgeteilt, dass sich die für den 1. Januar 2011 angekündigte Umstellung wegen Schwierigkeiten bei der technischen Erprobung des Abrufverfahrens weiter hinauszögern wird. Eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern soll bis Mitte November einen neuen Termin festlegen. Im Gespräch ist ein Start im zweiten Quartal 2012. Nach Angaben des Ministeriums soll es keine „nachteiligen Auswirkungen“ für die Bürger geben.

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Schon der ursprüngliche Starttermin zu Anfang 2011 war wegen technischer Probleme um ein Jahr verschoben worden. Die farbige Lohnsteuerkarte aus Karton gilt damit voraussichtlich bis in das kommende Jahr hinein.

Millionen von Steuerzahlern haben in den vergangenen Wochen Post von der Finanzverwaltung mit der Aufforderung erhalten, die für sie gespeicherten Daten für den elektronischen Abzug der Lohnsteuer zu überprüfen. Zahlreiche fehlerhafte Angaben in den Mitteilungen hatte massenhaft zu Beschwerden und zum Teil zu chaotischen Zuständen mit langen Warteschlangen in Finanzämtern geführt.

Bei dem geplanten Verfahren für die Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) muss der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber zu Beginn einer neuen Beschäftigung nur noch einmalig sein Geburtsdatum und seine steuerliche Identifikationsnummer angeben. Mithilfe dieser Informationen kann der Arbeitgeber die benötigten Informationen für den Lohnsteuerabzug elektronisch bei der Finanzverwaltung abrufen.

Wegen Sicherheitsproblemen war im Sommer bereits das davon unabhängige Verfahren zum Elektronischen Einkommensnachweis (ELENA) gestoppt worden. Mit dem ELENA-Verfahren sollten von den Arbeitgebern Daten zum Arbeitsentgelt für verschiedene sozialversicherungsrechtliche Zwecke gespeichert werden.

dpa