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Deutschland / Weltweit Expertengruppe prüft Giftgasangriff in Syrien
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Expertengruppe prüft Giftgasangriff in Syrien
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13:57 09.04.2018
Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) prüft den mutmaßlichen Giftgasanschlag in Syrien. Quelle: dpa
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Den Haag

Bei einem Angriff auf die umkämpfte Region Ost-Ghuta sind am Samstag Dutzende Menschen getötet und Hunderte verletzt worden. Wie mehrere Hilfsorganisationen berichteten, sollen dabei Chemiewaffen zum Einsatz gekommen sein. Wie bei früheren Attacken sei möglicherweise Chlorgas benutzt worden.

Die Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Syrien-Expertengruppe habe die Berichte vorläufig analysiert und sei dabei, Informationen über die eingesetzten Stoffe zu sammeln, teilte die Organisation in Den Haag mit. Wann die Ergebnisse veröffentlicht werden, ist noch nicht bekannt. Die OPCW-Expertengruppe für Syrien war 2014 nach Berichten über Angriffe mit Chemiewaffen eingerichtet worden.

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Die Ermittler befragen Zeugen vor Ort und stellen Boden- und Gewebeproben sicher, die dann analysiert werden. Wer für die Angriffe verantwortlich ist, wird die OPCW allerdings nicht untersuchen. Noch bis Dezember war eine gemeinsame Einsatzgruppe von OPCW und UN dafür zuständig. Deren Mandat war allerdings nach einem Veto Russlands im UN-Sicherheitsrat nicht verlängert worden.

Berlin: Assad-Regime für Angriff verantwortlich

Mehrere westliche Länder vermuten das syrische Assad-Regime hinter dem Angriff. „Auch bei diesem Giftgaseinsatz deuten die Umstände auf die Verantwortlichkeit des Assad-Regimes hin“, sagte Regierungssprecher Steffan Seibert am Montag in Berlin.

Russland hingegen hat die Berichte über den Chemiewaffenangriff am Montag dementiert. Russische Militärspezialisten hätten vor Ort keinerlei Spuren von Chlorgas gefunden, sagte Außenminister Sergej Lawrow. Vorwürfe des Westens, Russland decke den syrischen Einsatz von Chemiewaffen gegen Zivilisten, bezeichnete der Minister als antirussische Kampagne.

US-Verteidigungsministerium dementiert Vergeltungsschlag

Ebenfalls unklar ist, wer für den Angriff auf eine Militärbasis im Westen des Landes verantwortlich ist. In der Nacht zu Montag wurden der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge mehrere Raketen über dem Stützpunkt abgeworfen. Dabei sollen mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen sein. Am Sonntag hatte US-Präsident Donald Trump Assad mit einem Vergeltungsschlag gedroht. Das Pentagon dementierte jedoch, dass es sich bei dem Raketenabwurf um einen amerikanischen Einsatz gehandelt habe.

Von RND/dpa/mkr