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Deutschland / Weltweit Extremisten wollen französische Geisel töten
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08:49 17.01.2013
Der französische Geheimdienstagent wird seit 2009 gefangen gehalten. Quelle: dpa
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Kapstadt/Mogadischu

Die islamistische Rebellengruppe Al-Shabaab in Somalia will ihre französische Geisel Denis Allex töten. Das erklärte die Organisation am Mittwoch im Internet. Die Regierung in Paris hatte zuvor gemeldet, der französische Geheimdienstagent sei bereits bei dem Befreiungsversuch der französischen Streitkräfte am vergangenen Freitag in der Stadt Bulo Marer im Süden des Landes ums Leben gekommen. Bei der gescheiterten Militäraktion waren auch zwei französische Soldaten und zahlreiche Rebellen getötet worden.

Die somalischen Extremisten begründeten die angekündigte Ermordung ihrer Geisel mit dieser Aktion der Franzosen sowie „Frankreichs wachsender Verfolgung der Muslime in aller Welt, der anti-islamischen Politik zu Hause (...) und den Militäroperationen in Afghanistan und Mali“. Frankreichs „schon lange währende Politik der Fahrlässigkeit“ sei für den Tod von Allex wie auch anderer französischer Geiseln verantwortlich. Der Geheimdienstagent wird seit 2009 gefangen gehalten.

Al-Shabaab hatte nach der gescheiterten Geiselbefreiung Fotos eines der getöteten französischen Soldaten veröffentlicht. Paris reagierte mit Entsetzen, Premierminister Jean-Marc Ayrault sprach von einer „besonders verabscheuungswürdigen Inszenierung“. Fotos von Allex wurden nicht veröffentlicht.

dpa

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