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Deutschland / Weltweit Französische Ex-Agenten sollen für China gearbeitet haben
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Französische Ex-Agenten sollen für China gearbeitet haben
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14:54 25.05.2018
Florence Parly, die Verteidigungsministerin Frankreichs, spricht von „schwerwiegenden Sachverhalten“. Quelle: imago/PanoramiC,
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Paris

Zwei ehemalige Mitarbeiter des französischen Auslandsgeheimdienstes stehen im Verdacht, Informationen an ein anderes Land verraten zu haben. Ihnen würden „schwerwiegende Sachverhalte“ vorgeworfen, sagte Frankreichs Verteidigungsministerin Florence Parly am Freitag im Sender CNews. „Diese Informationen können möglicherweise die Staatssicherheit gefährden.“

Nach übereinstimmenden französischen Medienberichten werden die beiden verdächtigt, für China gearbeitet zu haben - dafür gab es aber keine offizielle Bestätigung.

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Die Justiz leitete bereits im Dezember Ermittlungsverfahren gegen die Ex-Geheimdienstler ein, wie Justizkreise der Deutschen Presse-Agentur bestätigten. Der mutmaßliche Verrat der beiden ehemaligen Agenten soll die fundamentalen Interessen Frankreichs verletzt haben. Sie sollen dabei auch gegen Geheimhaltungsvorschriften verstoßen haben. Einem von ihnen wird zusätzlich Anstiftung zum Verrat vorgeworfen. Beide sitzen in Untersuchungshaft.

Die früheren Mitarbeiter des Auslandsgeheimdienstes DGSE sind inzwischen im Ruhestand. Ministerin Parly sagte aber, sehr wahrscheinlich seien sie zum Zeitpunkt des möglichen Verrats noch im Dienst gewesen. Auf welchen Positionen sie bei der DGSE tätig waren, wurde nicht bekannt. Die Behörden ließen auch offen, welche Informationen die Verdächtigen weitergegeben haben sollen.

Die französische Nachrichtenagentur AFP meldete unter Berufung auf eine nicht namentlich genannte Person aus dem Umfeld der Angelegenheit, dass die Ex-Geheimdienstler im Verdacht stünden, für die chinesischen Behörden gearbeitet zu haben. Dies hatten zuvor bereits die Zeitung „Le Monde“ und die Fernsehsendung „Quotidien“ berichtet. Parly erklärte dazu nur, diese Informationen seien Teil der laufenden Ermittlungen.

Von aj/dpa/RND