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Deutschland / Weltweit Frühere RAF-Terroristin Becker sitzt in Untersuchungshaft
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09:16 29.08.2009
Quelle: HAZ
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Ihr wird zur Last gelegt, sich an dem Anschlag des „Kommandos Ulrike Meinhof“ auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback und zwei seiner Begleiter am 7. April 1977 als Mittäterin beteiligt zu haben. Buback und seine beiden Begleiter waren von einem Motorrad aus erschossen worden. Das Attentat war Teil einer von der „RAF“ als „Offensive 77“ bezeichneten Anschlagsserie, die eine feste Gruppe von „RAF“-Mitgliedern für 1977 geplant hatte. Becker habe zu dieser Gruppe gehört. Die Bundesanwaltschaft hatte bereits im April 2008 das im Jahr 1980 eingestellte Ermittlungsverfahren gegen Becker wieder aufgenommen.

Der Sohn des ermordeten Generalbundesanwalts, Michael Buback, warnte davor, sich in einem Prozess gegen Becker auf mögliche Aussagen der Beschuldigten oder anderer Mitglieder der Terror-Szene zu verlassen. „Einerseits ist Frau Becker in der ,Bild’-Zeitung befragt worden“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Sie hat gesagt: Nein, sie war es nicht. Andererseits wurde behauptet, sie habe auf ihrem Laptop etwas aufgeschrieben. Das ist so widersprüchlich“, sagte Buback. Man könne sich nicht davon abhängig machen, was Terroristen sagen.

Nach der Festnahme Beckers forderte FDP-Generalsekretär Dirk Niebel Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) auf, sämtliche Akten über den Mord an Generalbundesanwalt Buback offenzulegen. Niebel sagte dem „Hamburger Abendblatt“: „Gerade bei neuen Indizien ist es zwingend notwendig, dass die Akten genutzt werden, um zu klären, wer Buback ermordet hat.“ Sonst setze man sich dem Vorwurf der Vertuschung aus. Bislang hält das Bundesinnenministerium die Verfassungsschutz-Dokumente über das RAF-Attentat auf Buback von 1977 unter Verschluss.

Nach Ansicht des früheren Präsidenten des Bundeskriminalamtes, Hans-Ludwig Zachert, sollte für Becker „die Kronzeugen-Regelung angewendet werden“. Wenn es gelänge, Becker durch einen Straf-Rabatt zum Reden zu bringen, könnte sie zur Aufklärung mehrerer RAF-Verbrechen beitragen, sagte Zachert, der von 1990 bis 1996 BKA-Präsident war.

ddp