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Deutschland / Weltweit Gewalt gegen Frauen: Bundesregierung nimmt zugewanderte Männer in die Pflicht
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Gewalt gegen Frauen: Bundesregierung nimmt zugewanderte Männer in die Pflicht
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06:20 27.02.2019
„Unmissverständlich über Frauenrechte und Gleichberechtigung in Deutschland reden“: Annette Widmann-Mauz (CDU), Integrationsbeauftragte der Bundesregierung. Quelle: Bongarts/Getty Images
Berlin

Die Bundesregierung will Gewalt gegen Frauen in Migrantenfamilien stärker als bisher bekämpfen. „Wer in unserem Land schwere Gewaltverbrechen begeht – wie häusliche Gewalt, Vergewaltigung oder Genitalverstümmelung –, wird verfolgt und hart bestraft. Wir brauchen aber auch mehr Anstrengungen auf allen Ebenen, damit es gar nicht erst zu Gewalt kommt und Frauen wirksam geschützt werden“, sagte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Dazu hat die CDU-Politikerin einen neuen „Förderschwerpunkt Frauen“ in ihrem Ressort eingerichtet; 6,5 Millionen Euro sollen in diesem Jahr in Projekte zur Gewaltprävention fließen.

Aufklärung von Mann zu Mann

„Hier gibt es zahlreiche erfolgreiche Ansätze“, sagte Widmann-Mauz. „Dazu gehört auch, dass schon länger hier lebende Männer mit neu zugewanderten Männern unmissverständlich über Frauenrechte und Gleichberechtigung in Deutschland reden – auch in ihrer Muttersprache. Deshalb unterstütze ich Gewaltschutzprojekte, in denen gezielt männliche Mediatoren ausgebildet werden.“ Zugleich müssten betroffene Frauen über Hilfsangebote besser informiert werden.

Am Mittwoch kommen 40 Expertinnen und Experten zu einem Austausch über Frauengewaltschutz ins Bundeskanzleramt. Widmann-Mauz wird gemeinsam mit dem Psychologie-Professor und Traumaexperten Jan Ilhan Kizilhan einen neuen Ratgeber für geflüchtete und neu zugewanderte Männer vorstellen.

Sexualisierte Gewalt hinterlässt tiefe Narben

Der Ratgeber klärt über Frauenrechte und Gewaltschutz auf, informiert über rechtliche Grundlagen und Gesetze und zeigt Wege aus der Gewalt. „Jeder Eingriff in die persönliche Integrität eines Menschen, vor allem durch sexualisierte Gewalt, führt zu einer schweren physischen und psychischen Wunde, die ihre Narben bei den Betroffenen und bei der Gesellschaft hinterlässt“, sagt Kizilhan, der auch traumatisierte Jesidinnen, die in IS Gefangenschaft waren, betreut hat.

Belastbare Zahlen zur Gewalt gegen Frauen in Migrantenfamilien gibt es nicht. In der Flüchtlingshilfe engagierte Experten berichten allerdings oft davon, dass neu zugewanderte Frauen einem erhöhten Gewaltrisiko ausgesetzt seien – bedingt durch eine größere Gewaltakzeptanz im Herkunftsland, durch ein patriarchales Männlichkeitsverständnis und Überforderung vieler Männer mit ihrer Situation in Deutschland.

Jede vierte Frau wird Opfer

Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums hat jede vierte Frau mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Partnerschaftsgewalt erlebt. Betroffen sind Frauen aller sozialen Schichten.

Lesen Sie auch ein Interview mit Annette Widmann-Mauz: „Chancen bieten, klare Kante zeigen“

Von Marina Kormbaki/RND

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