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Deutschland / Weltweit Guttenberg erhält Rückendeckung von der Kanzlerin
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14:21 21.02.2011
Karl Theodor zu Guttenberg ist wegen der Schummelaffäre um seine Doktorarbeit in Erklärungsnot geraten.
Karl Theodor zu Guttenberg ist wegen der Schummelaffäre um seine Doktorarbeit in Erklärungsnot geraten. Quelle: dpa
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält trotz der massiven Vorwürfe gegen Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) an ihm als Verteidigungsminister fest. Sie erklärte am Montag in Berlin erneut, dass er ihr „volles Vertrauen“ genieße. Ihr gehe es um Guttenbergs „Arbeit als Verteidigungsminister, und diese erfüllt er hervorragend, und dies ist, was zählt“.

Sie habe Guttenberg als Verteidigungsminister berufen und nicht als wissenschaftlichen Assistent oder Doktorand, sagte die Kanzlerin auf die Frage, ob sie auch dann an ihm festhalte, wenn ihm sein Doktortitel aberkannt werden würde. Dem Minister wird vorgeworfen, bei seiner Doktorarbeit von anderen abgeschrieben zu haben, ohne dies auszuweisen. Merkel sagte, Guttenberg habe Fehler in seiner wissenschaftlichen Arbeit eingeräumt. Nun stehe ein Urteil der Universität Bayreuth an.

Der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki hat Bundeskanzlerin Angela Merkel indes aufgefordert, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg bis zur Aufklärung der Schummelaffäre abzuberufen. „Die öffentliche und politische Aufarbeitung der Promotions-Affäre ist für alle beteiligten Seiten unangemessen. Deshalb muss die Bundeskanzlerin eingreifen“, sagte der schleswig-holsteinische Fraktionschef der „Leipziger Volkszeitung“. „Ich bitte Angela Merkel, den Minister zum eigenen Schutz und aus Respekt vor dem Amt des Verteidigungsministers abzuberufen, bis die Vorwürfe gegen Herrn zu Guttenberg endgültig aufgeklärt sind.“

Kubicki empfahl Merkel, sich ein Beispiel an Guttenbergs Vorgehen in der „Gorch Fock“-Affäre zu nehmen. Der Verteidigungsminister hatte den Kapitän Norbert Schatz bis zur Aufklärung des Tods einer Kadettin und der anschließenden Auseianndersetzungen auf dem Segelschulschiff abberufen.

Guttenberg selbst hat nach Angaben seines Sprechers während der Schummelaffäre zu keinem Zeitpunkt an Rücktritt gedacht. Entsprechende Spekulationen bezeichnete der Verteidigungsminister in einem am Freitagabend geführten „Focus“-Interview als „Unsinn“ und das gelte nach wie vor, sagte Sprecher Steffen Moritz am Montag in Berlin. Zuvor hatte auch CSU-Chef Horst Seehofer erklärt, Guttenberg habe ihm seinen Rücktritt weder angeboten noch angedroht.

dpa

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