Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Deutschland / Weltweit Hisbollah ruft zu Demonstrationen auf
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Hisbollah ruft zu Demonstrationen auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:24 17.09.2012
Foto: In den vergangenen Tagen ist es in der arabischen Welt immer wieder zu gewaltsamen Protesten gegen das Mohammed-Schmähvideo gekommen.
In den vergangenen Tagen ist es in der arabischen Welt immer wieder zu gewaltsamen Protesten gegen das Mohammed-Schmähvideo gekommen. Quelle: dpa
Anzeige
Beirut/Istanbul

Danach solle auch an anderen Orten des Libanon demonstriert werden. Bei den Unruhen war am Freitag im Norden des Libanon ein Mensch umgekommen. Nasrallah erklärte weiter, es reiche nicht aus, den Film anzuprangern, dem Propheten Mohammed müsse in allen Ländern der Welt Respekt verschafft werden, um weitere Angriffe dieser Art zu verhindern. Er sehe in dem Film einen Versuch, Unfrieden zwischen Christen und Muslimen in der Nahostregion zu stiften. Die US-Regierung nutze die Redefreiheit als Rechtfertigung für die Ausstrahlung des Films.

In der pakistanischen Hafenstadt Karachi protestierten am Sonntag mehrere hundert Islamisten vor dem US-Konsulat gegen das Schmähvideo. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, die Protestierer mit Tränengas und Wasserwerfern hinderte, in das schwer bewachte Konsulat einzudringen. Angaben der Demonstranten, dass es dabei einen Toten und mehrere Verletzte gegeben habe, wurden zunächst nicht bestätigt.

Insgesamt flauten die Unruhen in der islamischen Welt am Wochenende allmählich ab. In Kairo, wo die Massendemonstrationen am Dienstagabend ihren Anfang genommen hatten, räumten Sicherheitskräfte den zentralen Tahrir-Platz. Viele arabische Medien verurteilten die Krawalle, die mehrere Menschen das Leben gekostet hatten.

Der Vorsitzende des Obersten Rates der Religionsgelehrten und Groß-Mufti von Saudi-Arabien, Scheich Abdulasis bin Abdullah al-Scheich, mahnte die Muslime, sich nicht aus Wut dazu verleiten zu lassen, unschuldige Menschen zu töten und öffentliche Einrichtungen anzugreifen. Wer seinem Zorn nachgebe, mache sich letztlich nur zum Erfüllungsgehilfen der Urheber des Mohammed-Films, erklärte er.

Der mutmaßliche Drahtzieher des Videos „Unschuld der Muslime“ wurde inzwischen von den US-Behörden befragt. Der 55-jährige Nakoula Basseley Nakoula soll laut US-Medienberichten ein verurteilter Bankbetrüger sein. Wegen seiner kriminellen Vergangenheit sei dem koptischen Christen auch für fünf Jahre der Zugang zum Internet verboten worden.

Proteste gehen weiter

Auch in Afghanistan ist es nach mehreren friedlichen Protesten erstmals zu Ausschreitungen gekommen. Mehr als 300 Demonstranten hätten sich am Montag in der Hauptstadt Kabul versammelt und antiamerikanische Parolen gerufen, teilte die Polizei mit.

Die Lage sei eskaliert, als junge Männer Müllcontainer und Geschäfte in Brand gesetzt hätten. Den Angaben zufolge ging auch ein Polizeiauto in Flammen auf. Etwa 50 Sicherheitskräfte seien durch Steinwürfe leicht verletzt worden. Zudem sei aus der Menge in Richtung der Polizei geschossen worden.

In Saudi-Arabien hat es trotz eines offiziellen Demonstrationsverbots kleinere Aktionen gegen das Mohammed-Schmähvideo gegeben. Teilnehmer der Protestaktionen in der Stadt Buraida veröffentlichten am Montag Videoaufnahmen von Kundgebungen, die am vergangenen Wochenende stattgefunden haben sollen. Die Demonstranten rufen: „Wir wollen Amerika nicht“ und „Alles außer dem geliebten (Propheten), ihr Anbeter des Kreuzes“. In Saudi-Arabien sind Demonstrationen verboten. Seit Beginn des Arabischen Frühlings hatte vereinzelt Schiiten in der Ost-Provinz gegen das Königshaus protestiert.

dpa