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Deutschland / Weltweit Kim trotz Gesundheitsproblemen als Staatschef Nordkoreas bestätigt
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Kim trotz Gesundheitsproblemen als Staatschef Nordkoreas bestätigt
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16:33 09.04.2009
Im Amt bestätigt: Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il. Quelle: afp
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Die Verfassung des stalinistischen Staates soll erstmals seit elf Jahren verändert werden.

Kim trat erstmals seit dem vergangenen August in der Öffentlichkeit auf. Damals hieß es, er habe einen Schlaganfall erlitten. Allerdings gab es keine amtlichen Mitteilungen zu seinen gesundheitlichen Problemen. Bekannt ist, dass Kim seit vielen Jahren unter Diabetes leidet und mit Herzproblemen kämpft. Bei seinem Auftritt vor der Volksversammlung war erkennbar, dass er sein linkes Bein etwas nachzog. Jedoch reckte er vor den 687 Delegierten beide Hände zum Applaus in die Luft.

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Kim wurde bei der Eröffnungssitzung des Parlaments zum vierten Mal in Folge für fünf Jahre an die Spitze der Nationalen Verteidigungskommission, des mächtigsten Gremiums des Landes, gewählt. Die Verteidigungskommission kontrolliert die weltweit fünftgrößte Armee, die 1,2 Millionen Soldaten und 7,7 Millionen Reservisten zählt.

Die Abgeordneten sprachen sich einstimmig für eine „Veränderung der Sozialistischen Verfassung“ des Landes aus. Jedoch wurde zunächst nicht mitgeteilt, worin die Veränderung besteht. Aus Nordkorea dringen nur äußerst spärlich Nachrichten ins Ausland. Dadurch werden Mutmaßungen über die Bedeutung von politischen Entwicklungen beflügelt. Allgemein wird damit gerechnet, dass die nordkoreanische Führung eine Nachfolgeregelung für Kim vorbereitet. Allerdings gibt es keine offiziellen Angaben darüber, wie diese aussehen soll.

Kim sei mit „begeistertem Applaus aller Anwesenden“ im Amt bestätigt worden, meldete die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Dies sei ein Zeichen für die „unbestrittene Unterstützung“, die er im Land genieße. Kims „unsterbliche Verdienste überstrahlen die Geschichte des Landes“, hieß es in dem Bericht weiter. Die Volksversammlung habe auch Regierungsmitglieder und andere Mitglieder der Verteidigungskommission gewählt. Namen wurden nicht genannt.

Vor drei Jahren gab die Regierung in Pjöngjang bekannt, sie habe eine Atomwaffe getestet. In den vergangenen Tagen gab es Debatten um einen Raketenstart, bei dem Nordkorea nach eigenen Angaben einen Satelliten ins All brachte. Allerdings wurde der Satellitenstart von anderen Regierungen bezweifelt. Insbesondere die US-Regierung hegt den Verdacht, die Regierung in Pjöngjang habe bei dieser Gelegenheit eine Langstreckenrakete testen wollen, die künftig für militärischen Zwecke verwendet werden könnte.

afp