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Deutschland / Weltweit Lafontaines Krankheit löst Debatte um Zukunft der Linken aus
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Lafontaines Krankheit löst Debatte um Zukunft der Linken aus
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17:42 19.11.2009
Die Krebserkrankung des Linken-Vorsitzenden Oskar Lafontaine hat eine Debatte um die Zukunft der Partei ausgelöst. Quelle: ddp
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„Dann wird diese Partei zerfallen in Radikale um Sahra Wagenknecht und einer ganzen Reihe von ostdeutschen PDSlern, die Regierungsverantwortung anstreben. Sie denke, dass das eine Belastungsprobe erster Ordnung für die Linkspartei intern werden wird.“

Nahles wünschte Lafontaine auch im Namen vieler SPD-Mitglieder gute Besserung. Der Linken-Chef begab sich am Donnerstagmorgen zu einer Operation in eine Klinik in Homburg an der Saar. Berichten zufolge hat er Prostatakrebs.

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Unterdessen relativierte der Thüringer Linken-Fraktionschef Bodo Ramelow seine Äußerung vom Mittwoch, die Partei müsse unabhängig von Lafontaines Erkrankung über die Zeit nach ihm als Parteichef nachdenken. „Bei uns gibt es keine Nachfolgedebatte und heute schon überhaupt nicht“, sagte er dem ZDF. Er wünsche Lafontaine, dass er möglichst schnell genese „und dass er im kommenden Jahr möglichst kraftvoll uns als Parteivorsitzender zur Verfügung steht“. Die Linke werde auch künftig „mit ihm den politischen Weg markieren“.

Ramelow wies Spekulationen zurück, er sei selbst am Parteivorsitz interessiert. Die Frage des Generationswechsels habe er schon vor Wochen aufgeworfen. Lafontaine habe selber den Vorschlag gemacht, dass über die derzeitige Doppelspitze in der Partei geredet werden solle.

Auch SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier übermittelte Lafontaine Genesungswünsche. „Oskar Lafontaine und ich sind ein Stück unseres politischen Weges gemeinsam gegangen“, sagte Steinmeier der „Bild“-Zeitung. „Unsere Wege haben sich getrennt, aber dies muss man in solchen Situationen beiseite lassen. Ich wünsche ihm baldige Genesung und alles Gute.“

Die Gattin von Altkanzler Gerhard Schröder (SPD), Doris Schröder-Köpf schrieb der Zeitung zufolge an Lafontaine: „Lieber Oskar, die Zeit ist vergangen, die Wut auch. Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute.“

afp