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Deutschland / Weltweit Bahn-Streik trifft auch Hannover
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00:15 08.09.2014
Zugreisende müssen heute mit Verspätungen rechnen. Quelle: Tschauner
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Zum Start ins Wochenende werden Bahnreisende erneut  auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GdL) hat ihre Mitglieder dazu aufgerufen, um 6 Uhr bundesweit die Arbeit für drei Stunden niederzulegen. Die Warnstreiks dürften gravierende Auswirkungen haben. Neben Fernzügen sollen Regionalbahnen sowie der Güterverkehr bestreikt werden. Allein in Hannover sind 350 GdL-Mitglieder zum Streik aufgerufen, die S-Bahn wird ebenso betroffen sein wie die Regionalverkehrszüge. Die Bahn konnte bislang keine detaillierteren Auskünfte dazu geben.

Sprecher des Unternehmens kritisierten am Freitag die angekündigten Arbeitskampfmaßnahmen als „völlig irrational“. „Niemand versteht den Sinn dieser Streiks, abgesehen von der Tatsache, dass eine Gewerkschaft das Spielfeld der anderen erobern will“, sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber mit Blick auf die beiden konkurrierenden Gewerkschaften GdL und EVG. Die GdL betonte in ihrem Streikaufruf, die Bahn an den Verhandlungstisch zurückbringen zu wollen. Zugleich sprach sie von der Möglichkeit eines unbefristeten Ausstands. Die GDL verlangt für das Zugpersonal fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit.

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Schon am Freitag mussten Tausende Flugreisende wegen Streiks der Lufthansa-Piloten umdisponieren. Insgesamt sollten mehr als 200 Flüge ausfallen, die Lufthansa sprach von rund 25 000 betroffenen Passagieren. Der Ausstand hatte am Freitagnachmittag am Frankfurter Flughafen begonnen. Bis 23 Uhr wollte die Pilotengewerkschaft Cockpit dort Kurz- und Mittelstreckenflüge bestreiken. Im Norden gab es kaum Auswirkungen. Auf dem Flughafen Hannover fielen sechs Flüge von und nach Frankfurt am Main aus. Die Lufthansa schätzt die Gesamtkosten durch den Arbeitskampf auf „einige Millionen Euro“. Sollten die Folgewirkungen auch heute Morgen noch andauern, wird es eng für Flugreisende, weil ein Ausweichen auf die Züge der Bahn zumindest am Morgen nicht mehr möglich ist.

Erst am Montagabend hatte ein Warnstreik der Lokführer Zehntausende Reisende und Pendler getroffen, auch auf dem Hauptbahnhof in Hannover mussten Reisende stundenlang warten. Mehrere Dutzend Züge hatten Verspätungen, einige Verbindungen wurden von der Bahn komplett gestrichen. Der Verkehr normalisierte sich nach dem ebenfalls dreistündigen Ausstand nur langsam.