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Deutschland / Weltweit Maas appelliert an den Iran: „Geht darum, Krieg zu verhindern“
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Maas appelliert an den Iran: „Geht darum, Krieg zu verhindern“
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08:54 21.07.2019
Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD). Quelle: Marius Becker/dpa
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Berlin

Die Lage um einen festgesetzten Öltanker durch den Iran droht zu eskalieren: Außenminister Heiko Maas warnt vor einer Eskalation der Gewalt. Im Schulterschluss mit den USA hatte Großbritannien dem Iran mit ernsthaften Konsequenzen gedroht. „Es geht darum, Krieg zu verhindern“, sagte der SPD-Politiker der „Bild am Sonntag“.

„Darauf sind alle Bemühungen mit den europäischen Partnern und den Staaten der Region gerichtet.“ Nach den jüngsten Entwicklungen sei die Situation am Golf „noch ernster und gefährlicher geworden“ als ohnehin schon. „Bei einer möglicherweise unkontrollierbaren militärischen Eskalation gäbe es keine Gewinner, nur Verlierer.“

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Maas appellierte angesichts möglicher Folgen eines Krieges an die Vernunft der iranischen Machthaber. „Gerade in Teheran muss man jetzt seiner Verantwortung gerecht werden und nicht weiter an der Eskalationsspirale drehen.“ Es komme jetzt „auf die Stimmen der Vernunft an, nicht das Feld den Scharfmachern zu überlassen“.

Dazu brauche es „kluge Diplomatie, die Gesprächskanäle offenhält, Wege zur Vertrauensbildung findet und Spannungen abbaut - auch wenn es mühselig erscheint, gerade dann“.

Großbritanniens Außenminister: „Gefährlicher Weg“

Die Aktion am Freitagabend deute darauf hin, dass der Iran einen „gefährlichen Weg des illegalen und destabilisierenden Verhaltens“ beschreite, erklärte der britische Außenminister Jeremy Hunt auf Twitter. Der Tanker sei rechtswidrig in den Gewässern des Omans gestoppt worden.

Die Regierung in London forderte britische Schiffe auf, die Straße von Hormus und umliegende Gewässer zu meiden. Die Meerenge im Golf von Oman ist eine der wichtigsten Seestraßen der Welt. Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch dieses Nadelöhr verschifft.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump gab bekannt, zur Abschreckung Soldaten nach Saudi-Arabien - dem Erzfeind des Irans - zu verlegen. US-Medien zufolge geht es um bis zu 500 Soldaten. Zudem verlegte das US-Militär Aufklärungsflugzeuge, die im internationalen Luftraum operieren, in die Region.

Donald Trump kündigt Unterstützung an:

Der Öltanker „Stena Impero“ war unter britischer Flagge in der Straße von Hormus gefahren, ehe er vom Iran festgesetzt wurde. Der Tanker soll iranischen Angaben zufolge internationale Vorschriften nicht beachtet haben.

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Von RND/dpa