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Deutschland / Weltweit Integrationsrat fordert Türkisch statt Englisch an Grundschulen
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12:42 09.02.2019
Jedes dritte Kind in Nordrhein-Westfalen hat laut NRW-Landesintegrationsrat einen Migrationshintergrund. Quelle: Caroline Seidel dpa/lnw
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Köln

Der Vorsitzende des NRW-Landesintegrationsrats, Tayfun Keltek, hat sich für mehr Unterricht in Türkisch, Polnisch und Russisch an Grundschulen ausgesprochen. „Ich bin dafür, den Englisch-Unterricht an Grundschulen ganz abzuschaffen - nicht nur in den ersten beiden Schuljahren“, sagte Keltek dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Das nordrhein-westfälische Schulministerium plant offenbar, das Fach Englisch nicht mehr in der ersten und zweiten Klasse zu unterrichten. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) erklärte aber am Freitag, am Englisch-Unterricht für Grundschulkinder grundsätzlich festhalten zu wollen.

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Integrationsrat: Muttersprachliche Kenntnisse der Kinder stärken

Keltek plädiert stattdessen dafür, mehr auf muttersprachliche Kenntnisse der verschiedenen Grundschulkinder zu setzen. Jedes dritte Kind in Nordrhein-Westfalen habe einen Migrationshintergrund. „Sie sprechen zum Beispiel türkisch, russisch, polnisch“, sagte Keltek. „Für die deutschen Kinder wäre es einfacher, sie würden diese Sprachen erlernen.“

Zugleich hätten die Kinder mit Migrationshintergrund mehr Zeit, sich auf das Deutsche zu konzentrieren. „Es wäre besser, die Kenntnisse in der Muttersprache und in Deutsch zu vertiefen, dann fällt ihnen später auch das Englische leichter“, sagte Keltek.

Tayfun Keltek: Es geht um Lebensrealität, nicht um Türkisch

Es gehe darum, der Lebensrealität der Kinder gerecht zu werden und nicht ums Türkische, betonte der Landesintegrationsrats-Vorsitzende in einer am Freitag verbreiteten Pressemitteilung. Für Kinder aus italienischen Familien sei es etwa ein großer Vorteil in der Entwicklung, in den ersten Schuljahren ihre Italienisch-Kenntnisse zu vertiefen und auch in der Schriftsprache zu beherrschen. Die Potenziale der vielfältigen Gesellschaft dürften nicht brachliegen, forderte er.

Der NRW-Schulministerin geht das zu weit

NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP): „Englisch ist und bleibt die zentrale Fremdsprache, die eine weltweite Kommunikation ermöglicht.“ Quelle: Oliver Berg/dpa

Nach Meinung von Schulministerin Gebauer schießt Keltek über das Ziel hinaus. „Es gibt bereits heute ein breites Angebot an herkunftssprachlichem Unterricht zum Beispiel in Türkisch oder Polnisch, ebenso wie einen breitgefächerten Fremdsprachenunterricht“, erklärte sie. Daher werde weiterhin an Grundschulen und allen weiterführenden Schulen verpflichtend Englisch unterrichtet. „Englisch ist und bleibt die zentrale Fremdsprache, die eine weltweite Kommunikation ermöglicht“, betonte die Ministerin.

Gebauer will laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ in den nächsten Wochen ihre Ziele für die Grundschulen vorstellen. In den Lehrplänen soll demnach künftig mehr Zeit für Deutsch und Mathematik vorgesehen werden.

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Von RND/epd

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