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Deutschland / Weltweit Nach Anschlag von Halle: “Unteilbar” demonstriert gegen Antisemitismus
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Nach Anschlag von Halle: “Unteilbar” demonstriert gegen Antisemitismus
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14:08 14.10.2019
Demonstranten tragen bei der ersten Berliner "Unteilbar"-Demonstration am 13. Oktober 2018 ein Transparent. Quelle: picture alliance/dpa
Berlin

Mehrere Tausend Menschen haben am Sonntag in Berlin gegen Antisemitismus und rechte Gewalt demonstriert. Nach einer Kundgebung am Bebelplatz und einer Schweigeminute zog der Protestzug in Richtung der Neuen Synagoge in Mitte. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer am Bebelplatz auf 6000, die Veranstalter der Initiative „Unteilbar“ sprachen von 13.000 Demonstranten beim Protestzug. Angemeldet waren 10.000 Menschen.

Zeichen gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus

Mit der Demonstration vier Tage nach dem antisemitischen Terroranschlag in Halle wollre ein breites Bündnis ein deutliches Zeichen gegen Rechts setzen. Unter den Demonstranten am Sonntag waren die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli, Levi Salomon vom Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus sowie der Berliner Bischof Markus Dröge. Dröge erklärte vorab: "Der Verfassungsschutz und die Sicherheitskräfte müssen wesentlich konsequenter gegen rechte Netzwerke und rechtspopulistische Funktionäre vorgehen, die erwiesenermaßen verfassungsfeindliche Thesen verbreiten."

Auch Deutschrocklegende Udo Lindenberg rief zur Teilnahme auf. "halle... wir stehen immer noch unter schock, doch lassen uns davon nicht lähmen. am sonntag in berlin, große mahnwache, demonstration und trauerzug. wir stehen solidarisch und unteilbar zusammen. udo und die ganze panikfamilie", schrieb der Sänger am Sonntag auf Facebook.

halle... wir stehen immer noch unter schock, doch lassen uns davon nicht lähmen. am sonntag in berlin, große mahnwache,...

Gepostet von Udo Lindenberg am Samstag, 12. Oktober 2019

Bundesaußenminister Heiko Maas bedankte sich am Sonntag auf Twitter bei den Teilnehmern der Demonstration.

Solidaritätsdemonstration in Halle

Bereits am Samstag hatten mehrere tausend Menschen in verschiedenen Städten gegen Rechtsextremismus demonstriert. Der parteilose Oberbürgermeister von Halle, Bernd Wiegand, betonte den Zusammenhalt in seiner Stadt. Verhältnisse wie 2018 in Chemnitz werde es nicht geben, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Natürlich standen wir zuerst unter Schock. Aber die Stadtgesellschaft steht zusammen. Sie zeigt Gesicht und wehrt sich gegen Vereinnahmung." Die Solidarität mit den Opfern sei überwältigend. "Die Stadt zeigt, wie bunt und vielfältig sie ist." Wiegand stellt sich an diesem Sonntag zur Wiederwahl.

Bereits am Freitag versammeln sich auf dem Marktplatz in Halle Menschen hinter abgelegten Blumen und Kerzen. Quelle: Hendrik Schmidt/dpa/dpa-Zentralb

Auch in Halle rief ein Bündnis für den Sonntagnachmittag zu einer Solidaritätsdemonstration nach dem rechtsextremen und antisemitischen Anschlag am Mittwoch auf. Ab 15 Uhr sollte die Demo durch die Innenstadt von Halle ziehen und ein Zeichen gegen Antisemitismus und Rassismus setzen, wie die Organisatoren erklärten.

Die Aktion wurde vom Bündnis „Halle gegen Rechts“ gemeinsam mit den Betroffenen aus dem beschossenen Dönerladen organisiert. Letztere wollten sich an die Öffentlichkeit wenden und auf der Kundgebung sprechen. Das Bündnis wollte zudem mit Musik an den erschossenen 20-Jährigen und die getötete 40-Jährige erinnern.

Mit der Demo werde auch Solidarität mit der jüdischen Gemeinde ausgedrückt, hieß es weiter. Aus Respekt vor dem Bedürfnis nach Ruhe führte die Route jedoch nicht an der Synagoge vorbei.

Unteilbar: Tausende demonstrieren in Berlin gegen Antisemitismus und Rassismus

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