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Deutschland / Weltweit Nach tödlichem Luftangriff: 260 Migranten sollen Libyen verlassen
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Nach tödlichem Luftangriff: 260 Migranten sollen Libyen verlassen
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16:52 10.07.2019
Migranten im zum Teil zerstörten Lager von Tadschura. Quelle: dpa
Kairo

Nach dem tödlichen Luftangriff auf ein Auffanglager nahe Tripolis am 2. Juli sind etwa 260 Migranten von dort in ein anderes Lager verlegt worden. Sie würden dort festgehalten, bis sie in ein nicht genanntes Land gebracht würden, teilte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen mit. Sie seien am Dienstag verlegt worden, knapp eine Woche nach dem Angriff, bei dem mehr als 50 Menschen ums Leben kamen.

Die Verlegung von 55 weiteren Migranten, darunter Frauen und Kinder, steht laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR noch bevor. Anderen sei Freilassung und Unterstützung von UN-Einrichtungen angeboten worden.

In Libyen werden Tausende Migranten in Lagern in der Nähe der Frontlinien der jüngsten Kämpfe zwischen rivalisierenden Milizen festgehalten. Zuletzt hatte es wieder Forderungen gegeben, die umstrittenen Lager aufzulösen.

Der beim einem Luftangriff getroffene Trakt im Lager Tadschura. Quelle: dpa

Warlord soll Waffen aus Frankreich besitzen

Derweil wurden bei Truppen des abtrünnigen libyschen Generals Chalifa Haftar Waffen des französischen Militärs gefunden. Die Einheitsregierung in Tripolis wirft Haftar vor, für den Angriff auf das Lager in Tadschura verantwortlich zu sein.

Das Pariser Verteidigungsministerium räumte am Mittwoch ein, dass die Waffen aus US-Produktion von seinen Streitkräften stammten. Die Waffen seien ursprünglich dafür vorgesehen gewesen, französische Terrorbekämpfungs-Einheiten zu schützen und hätten daher nicht gegen ein Waffenembargo verstoßen.

Frankreich hat Warlord Unterstützung angeboten

Mit der libyschen Regierung verbündete Truppen erbeuteten im Juni von Haftars selbst ernannter Libyschen Nationalarmee die Panzerabwehrraketen vom Typ FGM-148 Javelin sowie Jabhon-Drohnen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kornet-Panzerabwehrraketen aus russischer Produktion.

Frankreich hat Haftar Unterstützung angeboten. Der Waffenfund könnte für Paris peinlich werden. Dem Verteidigungsministerium zufolge waren seine Waffen beschädigt worden, nicht mehr einsatzfähig, und wurden gelagert, um zerstört zu werden. Frankreich bestritt, Haftars Truppen Raketen gegeben zu haben.

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