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Deutschland / Weltweit Neue Regime-Offensive in Aleppo
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Neue Regime-Offensive in Aleppo
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13:03 08.08.2012
Amnesty International kritisiert den Einsatz von schweren Waffen in den Wohngebieten von Aleppo. Quelle: dpa
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Damaskus

Die Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad haben nach Rebellenangaben eine neue Großoffensive in der umkämpften Metropole Aleppo gestartet. „Die Entscheidungsschlacht um Aleppo hat begonnen“, sagte Aufständischen-Kommandeur Abu Omar al-Halebi am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur am Telefon. Die Regimetruppen hatten in den vergangenen Tagen frische Kontingente an Soldaten vor Aleppo zusammengezogen und zusätzliche Artilleriewaffen in Stellung gebracht.

Das russische Verteidigungsministerium in Moskau wies indessen Angaben syrischer Rebellen, sie hätten einen russischen General getötet, als „offene Lüge“ zurück. Generalmajor Wladimir Kuschejew sei zwar in Syrien gewesen, aber mittlerweile nach Moskau zurückgekehrt. Wie zum Beweis traf sich Kuschejew der Agentur Interfax zufolge am Mittwoch im Verteidigungsministerium mit russischen Journalisten. „Ich bestätige, dass ich lebe und gesund bin“, sagte Kuschejew.

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Bereits in der Nacht zum Mittwoch hatten die Rebellen vier Angriffe des syrischen Militärs auf den Bezirk Salaheddin abgewehrt, wie Al-Halebi weiter ausführte. Der Stadtteil ist das südwestliche Eingangstor zu den von den Rebellen kontrollierten Gebieten. Die Kämpfe um Aleppo, Syriens Geschäfts- und Handelsmetropole, dauern seit fast drei Wochen an. Bislang konnten eher die Aufständischen Gebietsgewinne verbuchen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte den Einsatz von schweren Waffen in den Wohngebieten von Aleppo. Die Organisation veröffentlichte in ihrem jüngsten Bericht Satellitenbilder aus der nordsyrischen Metropole, die 600 Einschlagkrater zeigen, die von schwerkalibrigen Artilleriegranaten stammen. Amnesty werde auch künftig alle Angriffe auf die Bevölkerung genauestens dokumentieren, sagte der Amnesty-Experte Christoph Koettl, der die Satellitenbilder auswertete. „So können die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.“

Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi räumte derweil ein, dass einige der in Syrien entführten Iraner pensionierte Revolutionsgarden seien. „Auf der Liste der Pilger waren auch pensionierte Beamte aus verschiedenen Ministerien, darunter auch der Revolutionsgarden und der Armee“, sagte Salehi der iranischen Nachrichtenagentur ISNA. Der Iran hatte zunächst vehement dementiert, dass die Pilger Revolutionsgarden seien. Salehi appellierte an die Entführer, ihre Gefangenen, die Muslime seien wie sie, mit Blick auf den heiligen Fastenmonat Ramadan freizulassen.

Eine islamistische Rebellen-Brigade hatte die 48-köpfige Gruppe am vergangenen Wochenende in Damaskus entführt. Die Aufständischen unterstellen ihren Geiseln, Agenten der iranischen Revolutionsgarden zu sein, die sich zu einer „Kundschaftermission“ in Syrien aufgehalten hätten. Teheran – engster Verbündeter des bedrängten Assad-Regimes – bestreitet dies vehement.

dpa