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Deutschland / Weltweit Neuer Afghanistan-Vorfall: Bundeswehrsoldat zielte auf Kameraden
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07:47 01.02.2011
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Wenige Wochen nach dem tödlichen Schießunfall in Afghanistan soll ein Soldat aus derselben Bundeswehreinheit einen Kameraden mit seiner Pistole bedroht haben. Über den Vorfall wurden die Fachleute der Bundestagsfraktionen am Montag vom Verteidigungsministerium unterrichtet.

Den Angaben zufolge soll ein Stabsgefreiter einem Hauptgefreiten am vergangenen Freitag während einer Patrouille in Nordafghanistan im Streit die Waffe aus der Halterung gezogen und an den Kopf gehalten haben. Der bedrohte Soldat habe die Waffe „weggeschlagen“. Der Vorfall sei von Dritten gemeldet worden, berichtete ein Abgeordneter. Konsequenzen bis hin zur unehrenhaften Entlassung würden geprüft. „Es handelte sich um einen unsachgemäßen Umgang mit der Waffe, der geahndet werden muss“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin.

Mitte Dezember war ein Soldat in einem Vorposten der Bundeswehr-Kampftruppen in der Unruheprovinz Baghlan durch einen Schuss aus der Waffe eines Kameraden getötet worden. Eine Feldjäger-Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass es sich um einen Unfall handelte. Es gibt aber widersprüchliche Zeugenaussagen. Die Staatsanwaltschaft Gera ermittelt inzwischen wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung.

Der jetzt bekannt gewordene Fall betrifft Soldaten aus derselben Einheit, dem Ausbildungs- und Schutzbataillon Masar-i-Scharif. Der Truppe gehören etwa 650 Soldaten an. Sie kämpfen an vorderster Front an der Seite der afghanischen Armee gegen die radikalislamischen Taliban.

Der Grünen-Abgeordnete Omid Nouripour zeigte sich empört über den Vorfall. „Die Bundeswehr muss sehr genau darauf achten, dass sie solche Rabauken nicht auch noch der afghanischen Zivilbevölkerung zumutet“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. „Ein solches Verhalten gefährdet die Sicherheit aller - auch die der Kameraden.“ Der SPD-Abgeordnete Rainer Arnold sprach von einem „Verlust des Respekts vor der Waffe“. „Dies könnte auch etwas mit dieser hohen Belastung im Einsatz zu tun haben“, sagte er.

dpa

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