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Deutschland / Weltweit Nordkorea versetzt Truppen angeblich in Kampfbereitschaft
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15:01 25.05.2010
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il habe am Dienstag die Anordnung erteilt, die Truppen des Landes in Kampfbereitschaft zu versetzen, erklärte in Seoul ansässige Dissidentengruppe.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il habe am Dienstag die Anordnung erteilt, die Truppen des Landes in Kampfbereitschaft zu versetzen, erklärte in Seoul ansässige Dissidentengruppe. Quelle: ap
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Der Konflikt um das Sinken eines südkoreanischen Kriegsschiffes nach einem mutmaßlichen Beschuss durch Nordkorea spitzt sich weiter zu. Wie eine in Seoul ansässige Dissidentengruppe am Dienstag erklärte, versetzte Nordkorea nach der Veröffentlichung des Untersuchungsberichts zum Untergang der „Cheonan“ seine Truppen in Kampfbereitschaft. Südkorea kündigte unterdessen für Donnerstag ein Manöver für U-Boot-Zerstörer im Gelben Meer an.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il habe am Dienstag die Anordnung erteilt, die Truppen des Landes in Kampfbereitschaft zu versetzen, erklärte die in Seoul ansässige Vereinigung North Korea Intellectual Solidarity (NKIS). Der Vizeminister für Nationale Verteidigung, O Kuk Ryol, gab Kims Entscheidung demnach im Rundfunk bekannt. Der südkoreanische Geheimdienst wollte den Hinweisen nachgehen.

Internationale Ermittler waren zu dem Schluss gekommen, dass beim Untergang der „Cheonan“ am 26. März alles auf einen nordkoreanischen Torpedo-Angriff hinweise. Bei dem Unglück waren 46 Menschen ums Leben gekommen. Die kommunistische Führung in Pjöngjang weist jede Schuld von sich. Südkorea kündigte als Konsequenz aus dem Vorfall eine Serie von Gegenmaßnahmen an, darunter Handelsbeschränkungen und eine Anrufung des UN-Sicherheitsrates.

Nordkorea warf seinem Nachbarn vor, die gemeinsame Seegrenze verletzt zu haben. Wie die amtliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete, beschwerte sich die Armeeführung bei den Streitkräften des Südens darüber, dass innerhalb der vergangenen zehn Tage dutzende südkoreanische Schiffe in nördliche Gewässer vorgedrungen seien. Dies sei eine „absichtliche Provokation“, die einen „weiteren militärischen Konflikt“ entfachen solle, hieß es in der Mitteilung.

Die Grenze im Gelben Meer war nach Ende des Korea-Kriegs 1953 von US-geführten UN-Truppen einseitig beschlossen worden. Nordkorea erkennt sie nicht an, beide Länder befinden sich bis heute offiziell im Kriegszustand. Ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums widersprach dem Vorwurf der Grenzverletzung.

Um militärische Stärke gegenüber dem Nachbarland zu demonstrieren, kündigte Südkorea für Donnerstag ein Unterwasser-Manöver im Gelben Meer an. Vor der Südküste wurde nach Angaben der Armee zudem ein Zerstörer stationiert, um nordkoreanische Schiffe an der Durchfahrt zu hindern. Als Konsequenz aus dem offenbaren Beschuss der „Cheonan“ plant Seoul auch mit den USA gemeinsame Marine-Manöver. Bei den Einsätzen solle auch die U-Boot-Bekämpfung trainiert werden, teilte Pentagon-Sprecher Bryan Whitman am Montag in Washington mit.

Die USA und China kündigten an, gemeinsam an einer „angemessenen Antwort“ in der Korea-Krise zu arbeiten. Zum Abschluss ihrer Gespräche in Peking betonte US-Außenministerin Hillary Clinton, wie wichtig Stabilität für die Region sei. Das chinesische Außenministerium wiederholte seinen Aufruf zur Zurückhaltung. Für ein koordiniertes internationales Vorgehen ist vor allem Pekings Zustimmung unerlässlich. China ist der engste Verbündete Nordkoreas und zugleich ständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat mit Veto-Recht.

Russlands Präsident Dmitri Medwedew appellierte in einem Telefonat mit seinem südkoreanischen Kollegen Lee Myung Bak, jegliche „Eskalation“ in dem Konflikt zu vermeiden.

afp