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Deutschland / Weltweit Nordkoreaner trauern um Kim Jong Il
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13:14 20.12.2011
Der verstorbene Kim Jong Il in einem Glassarg. Quelle: dpa
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Seoul/Pjöngjang

Nordkoreas Militär rief Truppen von Manövern in die Kasernen zurück. Ungeachtet der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel äußerte die südkoreanische Regierung der nordkoreanischen Bevölkerung ihr Mitgefühl. Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao stattete der nordkoreanischen Botschaft in Peking einen Kondolenzbesuch ab. Das mit Nordkorea befreundete Kuba ordnete Staatstrauer an.

Kim, der das abgeschottete Land 17 Jahr lang mit eiserner Hand regiert hatte, war den nordkoreanischen Medien zufolge am Samstag im Alter von 69 Jahren während einer Bahnfahrt an einem Herzinfarkt gestorben. Die Nachricht von seinem Tod hatte Nordkorea mit zweitägiger Verspätung am Montag verbreitet.

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Unterdessen treibt Pjöngjang den Personenkult um Kim Jong Un voran. In den Medien des kommunistischen Landes wurde Kim, der Ende Zwanzig sein soll, unter anderem als „neuer vom Himmel gesandter Führer“ bezeichnet. Nach Ansicht von Beobachtern ist das Regime bemüht, das Ansehen Kims in der Bevölkerung zu stärken. Kim Jong Il hatte seinen Sohn im vergangenen Jahr zum Vier-Sterne-General gemacht und ihm einen wichtigen Parteiposten anvertraut. Damit hatte er seinen Spross praktisch zum Nachfolger erklärt.

Zusammen mit zahlreichen hohen Funktionären der Partei und des Militärs verbeugte sich Kim Jong Un vor dem Sarg des Vaters. „Genosse Kim zollte seinen Respekt mit gramerfülltem Herzen“, hieß es in einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Die Regierung werde zwar keine offizielle Trauerdelegation nach Pjöngjang entsenden, sagte Südkoreas Vereinigungsminister Yu Woo Ik in Seoul. Man werde jedoch unter anderen Angehörigen des früheren südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung erlauben, nach Nordkorea zu reisen. Kim Jong Il hatte 2009 nach dem Tod Kim Dae Jungs eine Beileidsdelegation nach Seoul geschickt.

Yu kündigte zudem an, christliche Gruppierungen zu bitten, auf die Errichtung großer Leuchtinstallationen im Form von Weihnachstbäumen an der Grenze zu verzichten. Nordkorea hatte diese geplanten Aktionen als Teil einer psychologischen Kriegsführung kritisiert.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten sich nach dem Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffes im März 2010 und dem Beschuss einer zu Südkorea gehörenden Insel durch die nordkoreanische Artillerie im November desselben Jahres spürbar verschärft. Südkorea macht den Norden auch für den Schiffsuntergang verantwortlich. Bei beiden Vorfällen waren 50 Menschen ums Leben gekommen.

Der Tod Kim Jong Ils hatte in der Region Sorgen vor einer gefährlichen Instabilität ausgelöst. Auch schlossen Beobachter in Südkorea neue Provokationen des Nachbarlandes während der Übergangsphase nicht aus.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, Nordkoreas Armee habe nach dem Tod Kims mehrere Einheiten von jährlichen Winterübungen wieder in die Kasernen zurückgerufen. Alle militärischen Einheiten in Nordkorea verstärkten zudem die Sicherheitsmaßnahmen, hieß es unter Berufung auf Militärkreise. Es gebe jedoch bislang keine ungewöhnlichen Bewegungen oder Anzeichen von Provokationen auf der Seite Nordkoreas.

Hu Jintao sei am Dienstagmorgen persönlich in der nordkoreanischen Botschaft erschienen, um «sein Beileid» angesichts des Ablebens von Kim auszudrücken, meldete die Nachrichtenagentur Xinhua. Der hochrangige Kondolenzbesuch ist eine wichtige Geste politischer Unterstützung für Nordkorea, dessen Abhängigkeit von China in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist. Chinas kommunistische Führung habe ein vitales Eigeninteresse an einem friedlichen Machtwechsel in Pjöngjang, sagen politische Beobachter in Peking.

US-Präsident Barack Obama und der japanische Regierungschef Yoshihiko Noda erörterten telefonisch die Lage nach dem Tod Kims. Das berichtete die japanische Agentur Kyodo. Japan hatte unmittelbar nach Bekanntwerden des Todes von Kim den Sicherheitsrat einberufen. Die US-Regierung hat sich zunächst zurückhaltend zur Entwicklung in Nordkorea nach dem Tod von Staatsführer Kim Jong Il geäußert.

dpa

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