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Deutschland / Weltweit Notstand in Guinea ausgerufen - Tote bei Unruhen
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Notstand in Guinea ausgerufen - Tote bei Unruhen
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07:13 18.11.2010
Unruhen in Guinea.
Unruhen in Guinea. Quelle: afp
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Nach dem Tod von mindestens vier Menschen bei Unruhen in Folge der Präsidentschaftswahlen ist im westafrikanischen Staat Guinea am Mittwochabend der Notstand ausgerufen worden. Die Übergangsregierung des Militärs reagierte damit auf die zunehmende „interethnische Gewalt“ im Lande, berichtete die Internet-Zeitung boubah.com in der Nacht zum Donnerstag. Der Notstand, der auch eine nächtliche Ausgangssperre vorsieht, soll demnach bis zur Bestätigung der Wahlergebnisse durch den Obersten Gerichtshof andauern.

Aus der Stichwahl war überraschend Oppositionsführer Alpha Condé als Sieger hervorgegangen. Anhänger des unterlegenen ehemaligen Ministerpräsidenten Cellou Dalein Diallo gingen daraufhin auf die Straße, bei Auseinandersetzungen wurden mindestens vier Menschen getötet. Diallo sprach von „brutaler Unterdrückung“ der Proteste durch die Sicherheitskräfte. Er hatte seine Anhänger zuvor zur Besonnenheit und Ruhe aufgerufen und angekündigt, er wolle das Wahlergebnis vor Gericht anfechten.

Die Stichwahl war nach der ersten Wahlrunde im Juni wiederholt verschoben worden, weil es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern Diallos und des langjährigen Oppositionsführers Condé kam. Condé hatte nach der Wahl angekündigt, er wolle ein Präsident der Aussöhnung sein. Die beiden Politiker gehören unterschiedlichen ethnischen Gruppen an.

dpa