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Deutschland / Weltweit Obama und Clooney laden zum Dinner
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18:13 08.05.2012
Von Stefan Koch
Foto: UHollywood-Star George Clooney (links) und US-Präsident Barack Obama (rechts) laden zum Dinner.
US-Präsident Barack Obama und Hollywood-Star George Clooney laden zum Dinner. Quelle: dpa
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Washington

Ein gutes Gespür für medienwirksame Aktionen beweist zum Beispiel George Clooney. Hollywoods Herzensbrecher lädt für Mittwochabend zum Dinner mit dem Präsidenten in seine Privatvilla an der Westküste ein. Die 150 Tickets zum Preis von umgerechnet 30 000 Euro (pro Person) sollen einen raschen Absatz gefunden haben, berichtet die "Washington Post".

Dass diese exklusive Begegnung mit dem Schauspieler und dem Staatsoberhaupt zu so einem Medienereignis geworden ist, liegt allerdings weniger an den zahlreichen Plätzen für die Reichen des Landes, als vielmehr an den beiden Karten, die unter den kleinen Leuten verlost werden: Wer - mindestens - drei Dollar an die Demokraten spendet und im Besitz der amerikanischen Staatsbürgerschaft ist, konnte sich in den vergangenen Wochen an der Obama-Lotterie im Internet beteiligen. Unter der Betreffzeile "Obama, Clooney and You" gingen Millionen E-Mails an die Präsidentenfans.

Am Dienstag gibt Clooney die Dinner-Gewinner bekannt - und mehrere Millionen Amerikaner werden gebannt auf ihre Ticketnummer schauen. Wie Clooney schon vor Tagen bereitwillig erzählte, spielen diese unzähligen Kleinspenden für die zwei Karten offenbar ebenso viel Geld ein wie die horrenden Dinner-Preise für die gutbetuchten Landsleute - umgerechnet mehr als vier Millionen Euro. Mit insgesamt etwa zwölf Millionen US-Dollar dürfte der Schauspieler damit einen Rekord beim Fundraising erzielen.

Unter den Gästen, die bereitwillig die teuren Dinner-Tickets kaufen, werden am Mittwoch Regisseur Steven Spielberg, die Schauspielerin Barbra Streisand und der schwerreiche Filmproduzent Jeffrey Katzenberg erwartet. Auch Will Smith will Clooneys Einladung folgen, der Obamas Kampagne nach Kräften unterstützt. Der 43-jährige Schauspieler sorgt in den USA für Schlagzeilen, da er sich für die sogenannte Buffett-Steuer ausspricht: „Amerika war fantastisch zu mir. Ich habe kein Problem damit, das zu bezahlen, was ich zahlen muss, damit mein Land gedeiht."

Der Präsident wirbt seit längerem für einen Steuersatz von 30 Prozent für Einkommensmillionäre. Benannt ist diese Steueridee nach dem Finanzinvestor Warren Buffett, der sich darüber empört, dass er prozentual weniger Steuern zu zahlen hat als seine Sekretärin. Der 81-jährige Buffett sagte am Sonnabend am Rande einer Aktionärsversammlung in Nebraska, dass 31 der 400 höchsten Einkommen in den USA mit einem Steuersatz von weniger als zehn Prozent belastet werden. Schauspieler Smith will sich künftig der Buffett-Kampagne anschließen und unter seinen Kollegen um eine höhere Reichensteuer werben.  

Im vergangenen Herbst hatte Obama betont, mit diesen zusätzlichen Einnahmen das enorme Staatsdefizit zu senken. Seit wenigen Wochen ändert er allerdings seine Argumentation: Die höheren Abgaben seien vor allem eine Frage der "Fairness". Finanzexperten hatten kürzlich errechnet, dass die Buffett-Steuern in den nächsten zehn Jahren knapp 50 Milliarden Dollar einbringen würden. Die Neuverschuldung Amerikas dürfte im gleichen Zeitraum aber um ein Vielfaches steigen.

Einen weiten Weg hat der Präsident nicht nur beim Schuldenabbau vor sich. Auch das Spendensammeln dürfte ihn noch einen gewisse Zeit in Anspruch nehmen: Sein Wahlkampfteam setzt darauf, bis November insgesamt eine Milliarde US-Dollar einzunehmen. Ob sie dieses selbstgesteckte Ziel erreichen, ist noch offen: Während die Hollywood-Stars nach Kräften für den Amtsinhaber sammeln, halten sich die Großspender von der finanzstarken Wall Street in New York bisher auffallend zurück.