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Deutschland / Weltweit Ost-Abgeordnete der Großen Koalition fordern Korrekturen an Exzellenzstrategie
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Ost-Abgeordnete der Großen Koalition fordern Korrekturen an Exzellenzstrategie
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13:52 20.07.2019
Hans Müller-Steinhagen (links), Rektor der Technischen Universität Dresden, und Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, stießen am Freitag darauf an, dass die TU Dresden weiterhin den Titel „Exzellenzuniversität“ tragen darf. Andernorts im Osten gab es keinen Grund zum Feiern. Quelle: Robert Michael/dpa
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Berlin

Ostdeutsche Bundestagsabgeordnete der Großen Koalition fordern Korrekturen an der Exzellenzstrategie der Bundesregierung. „Mit Blick auf die Verteilung der Standorte stellen wir fest, dass wir neben der Exzellenzstrategie spezielle Förderprogramme und Wettbewerbsformate brauchen, die stärker auf den Osten ausgerichtet sind“, sagte der digitalpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Tankred Schipanski, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Die ostdeutschen Universitäten verfügen historisch nicht über eine seit Jahrzehnten gewachsene Verbundforschung, sehr wohl aber über exzellente Forschung“, fuhr der Thüringer fort. Mit dem Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse bedürfe es deshalb „eines eigenen Förderrahmens, um die universitäre Spitzenforschung im Osten zu stärken und ihre Potenziale gezielt zu heben“.

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„Große weiße Flecken“

Der Sprecher der ostdeutschen SPD-Bundestagsabgeordneten, Frank Junge, sagte dem RND: „Mit der Vergabe des Exzellenzprädikats an insgesamt elf Hochschulen gab es die Möglichkeit, eine Vielzahl von Bildungseinrichtungen an unterschiedlichen Standorten zu fördern. Doch mit der Entscheidung der Exzellenzkommission konzentriert sich die Unterstützung auf jeweils eine ostdeutsche Uni in Dresden und in Berlin sowie wenige alte Bundesländer.“ Damit blieben „in Ostdeutschland weiterhin große weiße Flecken“; Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt seien zum Beispiel gar nicht Teil der Exzellenzstrategie. Und Hochschulen, die wie Jena oder Chemnitz bereits über ein Exzellenzcluster verfügten, „konnten die erweiterten Antragsvoraussetzungen nicht erfüllen und waren somit von vornherein aus dem Rennen“.

Junge beklagte, es geschehe zu wenig, um Hochschulstandorte in den neuen Bundesländern, die ihre Merkmale und Voraussetzungen nur bedingt selbst beeinflussen könnten, „in einen Wettbewerb auf Augenhöhe mit den starken Standorten“ zu bringen. Die Folge sei, dass oft die gleichen Institutionen den Vorzug bekämen und erhebliche Mittel des Bundes für ihre Arbeit erhielten. „Aus meiner Sicht wird das Bildungssystem damit deutlich ungleicher und elitärer“, so der SPD-Politiker.

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Wunsch: Wettbewerb auf Augenhöhe

Ein Gremium aus Wissenschaft und Politik um Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte die elf Gewinner am Freitag in Bonn bekannt gegeben. Erfolgreich waren die beiden Münchener Universitäten und der Verbund der drei großen Berliner Unis. Den Titel Exzellenzuniversität bekommen außerdem die Unis in Hamburg, Aachen, Bonn, Dresden, Heidelberg, Karlsruhe, Konstanz und Tübingen. Neben dem Titel ist die Auszeichnung mit viel Geld verbunden.

Da die großen Konzerne mit ihren Forschungsabteilungen überwiegend in Westdeutschland sitzen, sind die ostdeutschen Länder besonders auf die universitäre Forschung angewiesen.

Von Markus Decker/RND