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Deutschland / Weltweit Paul Ziemiak spottet über Klimaaktivistin Greta (16) – und macht sich zur Zielscheibe
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Paul Ziemiak spottet über Klimaaktivistin Greta (16) – und macht sich zur Zielscheibe
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18:12 10.02.2019
Paul Ziemiak, CDU-Generalsekretär Quelle: imago/Reiner Zensen
Berlin

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg wegen ihrer Kritik am deutschen Kohleausstieg angegriffen.

Greta Thunberg findet deutschen Kohlekompromiss „absurd“ - Oh, man... kein Wort von Arbeitsplätzen, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit. Nur pure Ideologie“, schrieb er auf Twitter. Neben einem Affen mit zugehaltenen Augen ergänzte er „Arme Greta!“.

Dafür erntete Ziemiak Hohn und Spott. Innerhalb weniger Stunden hatte sein Eintrag mehr als 1500 Kommentare.

Die Grünen-Politikerin Renate Künast kritisierte ihn scharf: „Sie werfen das einer 16 Jährigen vor, dass sie auch mal an die Zukunft ihrer Generation denkt angesichts der Probleme die sie erben? Das ist sowas von gefühlskalt + unchristlich!“, schrieb sie. Es brauche die Jugendlichen, damit neben allen anderen auch deren Interessen vertreten werden. Sonst bliebe es eindimensional.

Die Klimakrise – kein abstraktes Szenario

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Kathrin Vogler kommentierte: „Wie klein muss eigentlich Ihr Selbstbewusstsein sein, dass Sie sich als CDU-Generalsekretär an einer 16-Jährigen aus Schweden abarbeiten müssen?“

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Konstantin von Notz, schrieb: „Lieber Paul, der Graben zwischen Greta und Dir, liegt in ihrer Fähigkeit zu verstehen, dass die #Klimakrise nicht irgendein abstraktes Szenario ist.“

Die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg demonstriert vor dem Reichstag in Stockholm für mehr Klimaschutz mit einem Plakat "skolstrejk for klimatet" (Schulstreik für das Klima) Quelle: Steffen Trumpf/dpa

Der Aachener Grünen-Politiker Alexander Tietz-Latza schrieb: „Eine 16-Jährige mit Vision & Weitblick gebasht von einem Generalsekretär mit Realitätsverweigerung.“ Die Grünen-Spitze hatte den Kohle-Kompromiss allerdings als richtigen ersten Schritt gelobt.

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Der Bundestagsabgeordnete der Linken, Niema Movassat schrieb: „Es ist schon absurd, sich als Generalsekretär der stärksten deutschen Partei an einem 16 jährigen Mädchen abzuarbeiten, welches massiver rechter Hetze ausgesetzt ist. Wie wäre es sich a.) über das politische Engagement zu freuen und b.) der rechten Hetze entgegen zu treten?“

„Freuen, wenn 16-Jährige politisch denken und handeln“

Auch in journalistischen Kreisen sorgte der Tweet für Kritik: Gordon Repinski, Hauptstadtbüroleiter des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), schrieb: „Der Generalsekretär der größten deutschen Volkspartei kritisiert eine 16-Jährige Schwedin, weil sie bei ihrer Kritik an der deutschen Energiepolitik die Versorgungssicherheit nicht bedacht hat. Meine Güte. Wir sollten uns freuen, wenn 16-Jährige wieder politisch denken + handeln.“

Ann-Kathrin Büüsker, Journalistin beim Deutschlandfunk schrieb über Ziemiaks Tweet: „Vielleicht kurz vergegenwärtigen, wie viel Hass gerade über dieser jungen Frau ausgekippt wird und dann überlegen, ob man in dieses Feuer noch verächtlich Öl kippen muss.“

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Thunberg hatte kritisiert, dass Deutschland erst 2038 ganz aus der Kohle aussteigen will. „Das ist absolut absurd. Und die Leute denken, das wäre etwas Gutes“, sagte die Schülerin in Stockholm. Deutschland habe eine „unglaubliche Verantwortung“ – stiege die Bundesrepublik früher aus, würde das ein deutliches Signal an die Welt senden.

Die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg. Quelle: dpa

Die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommission hatte sich Ende Januar auf einen Kompromiss zum deutschen Kohleausstieg im Jahr 2038 geeinigt. Ein früherer Ausstieg soll 2032 geprüft werden – stimmen die Betreiber zu, ist auch ein Ende 2035 möglich. Bislang machten Stein- und Braunkohle einen Anteil von 35 Prozent am Strommix aus, in etwa so wie viel wie erneuerbare Energien.

Von RND/dpa/ngo

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