Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Deutschland / Weltweit Politik streitet über Bundeswehr-Ehrenmal
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Politik streitet über Bundeswehr-Ehrenmal
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:53 08.09.2009
Das Modell des Ehrenmals für die Bundeswehr wurde vom Münchner Architekten Andreas Meck entworfen. Quelle: ddp
Anzeige

In dem am Rande des Verteidigungsministeriums errichteten Bauwerk werden Namen von rund 3100 zivilen und militärischen Angehörigen der Bundeswehr genannt, die seit Gründung der Bundesrepublik ihr Leben verloren.

„Seit 1955 haben Bürgerinnen und Bürger in und ohne Uniform im Einsatz für Deutschland, für unsere freiheitliche Demokratie und unsere Grundwerte ihren Dienst in der Bundeswehr geleistet“, betonte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla. Das Ehrenmal sei „ein würdiger Ort der Erinnerung“ all jene, die in der Ausübung ihrer Dienstpflichten gestorben sind. Aufgekommen war die Idee für das Denkmal Ende 2005, als bei einem Selbstmordanschlag in Kabul ein Oberstleutnant der Reserve getötet und zwei weitere Soldaten verletzt wurden.

Anzeige

Ursprünglich sollte bereits im November 2007 der Grundstein gelegt werden, was aber wegen fehlender Genehmigungen mehrfach verschoben werden musste. Für den CDU-Wehrexperten Bernd Siebert setzt die Einweihung nun einen Schlusspunkt. „Es wurde höchste Zeit für dieses sichtbare Symbol des Erinnerns. Mit dem zentralen Ehrenmal der Bundeswehr erhalten endlich alle Bundeswehrangehörigen und ihre Familien einen würdigen Ort des Gedenkens“, sagte er.

Gegensätzlich äußerte sich die Abrüstungsexpertin der Linksfraktion, Inge Höger. „Das Ehrenmal ist ein Ausdruck davon, dass in Deutschland eine neue Kriegermentalität etabliert wird“, kritisierte sei. Statt Krieg als Mittel von Politik auszuschließen, werde „der Mythos heldenhafter Krieger“ geschaffen, „die für den Schutz der Nation mit dem Selbstverständnis bewaffneter Entwicklungshelfer bereit sind ihr Leben zu geben“. Diese Militarisierung der Gesellschaft dürfe man nicht zulassen.

Die Inschrift in der Halle lautet: „Den Toten unserer Bundeswehr - Für Frieden, Recht und Freiheit“. Die ursprünglich mit 2,5 Millionen Euro veranschlagten Kosten stiegen auf knapp vier Millionen Euro an.

ddp