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Deutschland / Weltweit Polizeigewerkschaft fordert striktes Alkoholverbot für Lkw-Fahrer
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Polizeigewerkschaft fordert striktes Alkoholverbot für Lkw-Fahrer
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18:20 28.01.2019
Bei einer Kontrolle in Hessen waren einige Brummi-Fahrer alkoholisiert. Quelle: Soeren Stache/dpa
Berlin

Jeder sechste Lkw-Fahrer unter Alkoholeinfluss – das ist die ungeheuerliche Bilanz der Großkontrollen der hessischen Polizei in der Nacht zum Montag. 250 Beamte hatten rund 1200 Fahrzeuge überprüft und bei 190 Fahrern Alkohol gemessen. In 79 Fällen mussten die Kontrolleure sogar den Fahrtantritt verbieten. Das Erschreckende: Diese Zahlen scheinen kein Einzelfall zu sein. Bei ähnlichen Kontrollen in jüngster Vergangenheit stellten Beamte etwa in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ähnliche Quoten fest.

Polizei und Grüne fordern 0-Promille-Grenze

Die Politik reagiert alarmiert: Für Daniela Wagner von den Grünen und Mitglied des Verkehrsausschusses des Bundestages äußern sich in diesen Statistiken Versäumnisse der Regierung: „Dass der Verkehrsminister und seine Vorgänger das Problem ‚Alkohol am Steuer‘ noch längst nicht in den Griff bekommen haben, ist ein offenes Geheimnis“, sagte sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Deshalb fordern die Grünen eine Null-Promille-Grenze in Kombination mit verstärkten Alkoholkontrollen im Straßenverkehr. Wer wiederholt auffällig wird, müsse mit Auflagen rechnen, fordert Wagner: „Als eine solche Auflage kommen Alkolocks in Frage.“

Polizeikontrollen statt strengeren Grenzwerten

Auch der für Verkehr zuständige Fraktionsvize der Union, Ulrich Lange, findet deutliche Worte: „Die Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit durch Alkohol am Steuer, noch dazu beim Lenken eines 40-Tonners, ist nicht akzeptabel.“ Im Gegensatz zu den Grünen hält Lange aber nichts von strengeren Grenzwerten.

Stattdessen soll die Polizei ihre Kontrollen ausweiten und auf Abschreckung setzen: „Erfahrungsgemäß führen die ausgesprochenen Fahrverbote auch bei anderen Lkw-Fahren zu vernünftigerem Handeln, da sie ansonsten ihre berufliche Tätigkeit gefährden.“

Striktes Alkoholverbot für Brummi-Fahrer

Die Polizei selbst nennt die Ergebnisse der Kontrollen einen „klaren Weckruf“ – und forderte eine Null-Promille-Grenze für alle Lkw-Fahrer. „Die 0,0-Promille-Regelung, die bisher nur für Gefahrgut- und Personentransporte gilt, muss auf das gesamte Gewerbe ausgeweitet werden“, sagte der Bundesvize der Gewerkschaft der Polizei, Michael Mertens, dem RND.

„Zudem zeigt sich, wie wichtig die Forderung des jüngsten Verkehrsgerichtstags für einen verpflichtenden Einbau sogenannter Alcolock-Systeme ist.“ Dabei handelt es sich um Wegfahrsperren, die durch Atemkontrolle freigeschaltet wird. Generell müsse die Polizei aber mehr LKW kontrollieren, um den Druck zur Einhaltung der Regeln zu erhöhen. „Wir brauchen mehr Personal und mehr Kontrollplätze“, so Mertens.

Mehr Unfälle mit alkoholisierten Truckern

Die Kontrollen in Hessen fanden kurz vor Ablauf des sonntäglichen Fahrverbots um 22 Uhr statt. Für Polizisten der ideale Zeitpunkt, da die Lkws auf Rast- und Parkplätzen abgestellt sind und die Fahrer nach der Zwangspause auf die Weiterfahrt warten. Die ausgesprochenen Verbote mussten teilweise mit Hilfe von Parkkrallen oder dem vorläufigen Einzug der Fahrerlaubnis und der Frachtpapiere umgesetzt werden.

Strengere Regelungen oder häufigere Kontrollen scheinen notwendig: Bundesweit verursachen alkoholisierte Lkw-Fahrer immer wieder Unfälle – eine Verkehrsstatistik registrierte 2016 allein 592 Unfälle, im Vorjahr waren es 463.

Von Janik Marx/RND

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