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Deutschland / Weltweit Rechtsextremes Tatmotiv im Fall Lübcke? Grüne nehmen Ermittler in die Pflicht
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Rechtsextremes Tatmotiv im Fall Lübcke? Grüne nehmen Ermittler in die Pflicht
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08:23 17.06.2019
Das Konterfei von Walter Lübcke (CDU) ist hinter einem Bundeswehrsoldaten am Sarg bei einem Trauergottesdienst in der Martinskirche zu sehen. Quelle: Swen Pförtner/dpa-POOL/dpa
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Berlin

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke wurde mit einem Schuss in den Kopf aus nächster Nähe getötet. Zwei Wochen später haben die Ermittler nun einen Tatverdächtigen gefasst. Der 45-Jährige sitzt seit Sonntag unter Mordverdacht in Untersuchungshaft. Nach Medienberichten soll er der rechten Szene nahestehen, aber noch sind viele Fragen offen.

Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, verlangte nach der jüngsten Festnahme volle Aufklärung im Mordfall Walter Lübcke. „Sollten sich der Tatverdacht und das mutmaßliche Motiv bestätigen, muss es alle Demokratinnen und Demokraten in höchstem Maße alarmieren, dass in Deutschland im 21. Jahrhundert ein politisch motivierter Mord geschehen ist, weil ein Mensch sich klar gegen Rechtsextremismus positioniert hat“, sagte sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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„Ich bin froh, dass die Polizei nun versucht, herauszufinden, ob noch weitere Taten mit diesem schrecklichen Mord in Zusammenhang stehen. Es ist wichtig, jetzt nicht aufgrund eines einzelnen Ermittlungserfolgs den Aktendeckel vorschnell zu schließen. Stattdessen müssen sämtliche Tathintergründe möglichst lückenlos aufgeklärt werden.“

Nötig sei, zu wissen, ob der Tatverdächtige in einem Netzwerk agiert habe, so Mihalic. Beim „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) hätten sich die Ermittler nur auf das Trio aus Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos konzentriert „und alles, was auf ein größeres Netzwerk hindeutete, konsequent ausgeblendet. Diese Scheuklappenmentalität darf sich nicht wiederholen.“

Von RND/dpa/ngo