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Deutschland / Weltweit Habeck verabschiedet sich von Twitter und Facebook
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11:38 07.01.2019
Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, verabschiedet sich – aber nur von Twitter und Facebook. Quelle: Hendrik Schmidt/dpa
Berlin

Grünen-Chef Robert Habeck verabschiedet sich aus den sozialen Netzwerken Twitter und Facebook. Eine entsprechende Erklärung mit einem Link zu seinem jüngsten Blog-Eintrag verbreitete er am Montag bei Twitter. Anlass ist ein kurzes Internetvideo, das die Thüringer Grünen am Sonntag via Twitter verbreiteten und in dem der 49-Jährige zur Wahl seiner Partei bei der Landtagswahl Ende Oktober aufruft. Er hatte darin unter anderem gesagt: „Wir versuchen, alles zu machen, damit Thüringen ein offenes, freies, liberales, demokratisches Land wird, ein ökologisches Land.“

Kritik und Spott über Habecks Video

Dies hatte verbreitet Kritik und auch Spott ausgelöst. Erstens, weil der Satz den Eindruck erweckt, als sei Thüringen nicht schon heute offen, frei, liberal, demokratisch und ökologisch. Und zweitens, weil die Grünen seit der letzten Landtagswahl in Thüringen mitregieren. Im Übrigen hatte Habeck eine ähnliche Erklärung schon vor der bayerischen Landtagswahl abgegeben und sich anschließend dafür entschuldigt. Diesmal wurde das Video gelöscht. Thüringens Grüne entschuldigten sich.

Auf seinem Blog www.robert-habeck.de nennt Habeck das jüngste Video nun erneut selbst einen Fehler – „Wie dumm muss man sein, einen Fehler zweimal zu begehen?“ – und schreibt dann: „Ich habe schon nach dem Bayern-Video darüber nachgedacht. Nach einer schlaflosen Nacht komme ich zu dem Ergebnis, dass Twitter auf mich abfärbt. Dass ich mich bei beiden Videos, auch dem bayerischen, unbewusst auf die polemische Art von Twitter eingestellt habe. Twitter ist, wie kein anderes digitales Medium, so aggressiv, und in keinem anderen Medium gibt es so viel Hass, Böswilligkeit und Hetze. Offenbar triggert Twitter in mir etwas an: aggressiver, lauter, polemischer und zugespitzter zu sein – und das alles in einer Schnelligkeit, die es schwer macht, dem Nachdenken Raum zu lassen. Offenbar bin ich nicht immun dagegen.“ Und weil nach dem am Freitag bekannt gewordenen „Hackerangriff“ persönliche Chats von ihm mit Familienangehörigen publiziert wurden, so Habeck, verabschiede er sich auch von Facebook.

Die Erklärung endet mit den Worten: „Denjenigen, die konstruktiv und diskursiv die letzten Jahre den digitalen Raum mit mir geteilt haben, sage ich herzlich danke. Den anderen wünsche ich viele interessante Einsichten. Macht’s gut. Bye, bye.“

Ramelow: „Das ist aber doof“

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) bedauert den Schritt. „Das ist aber doof“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Man kann doch Fehler machen, und man kann sich doch mal vertun.“ Dies gelte auch für einen sympathischen Politiker wie Habeck. Schließlich hätte dieser in dem Video zur thüringischen Landtagswahl nur das Wort „bleibt“ statt „wird“ verwenden müssen. „Einen engagierten Auftritt in den sozialen Netzwerken finde ich schon in Ordnung, und einen Rückzug finde ich falsch“, fügte Ramelow hinzu. Wir alle müssten vielmehr lernen, mit den sozialen Netzwerken und der Sicherheit im Netz besser umzugehen.

Von Markus Decker/RND

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