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Deutschland / Weltweit Rösler will bessere Bezahlung von Hausärzten durchsetzen
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11:44 11.05.2010
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler Quelle: dpa
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Für Allgemeinmediziner, die in unterversorgten Regionen besonders viele Patienten betreuten, solle es nicht länger Abstriche bei den Honoraren geben fordert Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Wir können dankbar für ihren Einsatz sein und sollten das auch honorieren. Das ist einer der großen Punkte, die ich jetzt angehe“, kündigte der Gesundheitsminister an. Es sei kontraproduktiv, dass ein niedergelassener Arzt in einem unterversorgten Gebiet mehr Patienten versorgen müsse, dafür aber letztlich finanziell bestraft werde.

Vor seiner Rede auf dem Deutschen Ärztetag, der am (heutigen) Dienstag in Dresden beginnt, wies der FDP-Politiker die Kritik der Ärztegewerkschaft Marburger Bund an der Landarztquote zurück, also der Reservierung von Studienplätzen für Bewerber mit entsprechendem Berufswunsch. „Wir sollten nicht polemisch reagieren. Es geht darum, dass Problem Ärztemangel auf dem Land in den Griff zu bekommen“, sagte Rösler laut Vorabmeldung.

Ärztetag in Dresden beginnt mit Rösler-Rede

Im Zeichen zunehmender Sparzwänge hat am Dienstag der 113. Deutsche Ärztetag. Die 250 Delegierten der 17 deutschen Ärztekammern wollen über den vor allem auf dem flachen Land immer bedrohlicheren Ärztemangel diskutieren. Außerdem geht um die aus Ärzte-Sicht „heimliche Rationierung medizinischer Leistungen“.

Zur Eröffnung wird Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) erwartet. Ob er zwei Tage nach dem für die schwarz-gelbe Koalition verheerenden Wahlausgang in Nordrhein-Westfalen und angesichts der Finanznöte der Krankenkassen auch auf die geplante Gesundheitsreform mit der umstrittenen Pauschalprämie eingehen wird, ist offen. Der Deutsche Ärztetag dauert bis Freitag.

Rösler verurteilte Kritik der Ärztegewerkschaft Marburger Bund an der Landarztquote, also der Reservierung von Studienplätzen für Bewerber mit entsprechendem Berufswunsch. „Wir sollten nicht polemisch reagieren. Es geht darum, dass Problem Ärztemangel auf dem Land in den Griff zu bekommen.“ Es werde kein Zwang ausgeübt, sondern die Länder bekämen die Chance, über einen Teil der Medizin- Studienplätze zu verfügen. Rösler: „Das macht Sinn, weil jedes Land dann dem eigenen Bedarf entsprechend ausbilden und investieren kann.“

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) will den Verlierern der umstrittenen Honorarreform für Ärzte 2009 derweil mehr Geld zukommen lassen. „Wenn wir in Verhandlungen mit den Krankenkassen Vergütungszuwächse erzielen, sollen diese asymmetrisch zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen aufgeteilt werden“, sagte KBV-Sprecher Roland Stahl der „Berliner Zeitung“ (Dienstag).

Obwohl 2009 im Vergleich zum Vorjahr die Arzthonorare im bundesweiten Durchschnitt um fast zehn Prozent stiegen, mussten die Ärzte in Baden-Württemberg Honorarkürzungen hinnehmen. In Bayern, NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein stiegen die Honorare deutlich schwächer als im Bundesdurchschnitt. Ziel der Reform war es, die Vergütungen für niedergelassene Ärzte zwischen neuen und alten Ländern anzugleichen.

apd/dpa