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Deutschland / Weltweit Roger Stone festgenommen – Der Gefährder im Weißen Haus
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Roger Stone festgenommen – Der Gefährder im Weißen Haus
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17:43 25.01.2019
Roger Stone, ein langjähriger Vertrauter von US-Präsident Trump, wurde im Zuge der Russland-Ermittlungen festgenommen. Quelle: Jose Luis Magana/FR159526 AP/dpa
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Die Szene könnte sich kein Drehbuchautor ausdenken: Seit 35 Tagen werden die Mitarbeiter der amerikanischen Bundespolizei FBI nicht mehr bezahlt, weil Präsident Donald Trump den Haushalt blockiert. Ohne die Finanzierung einer Grenzmauer zu Mexiko, so sein Argument, könne der Kampf gegen die Kriminalität nicht geführt werden.

Trotzdem stürmten am Freitagmorgen mehrere Dutzend FBI-Beamte ein Haus in Fort Lauderdale und nahmen einen mutmaßlichen politischen Schwerverbrecher fest. Sein Name: Roger Stone. Der ultrarechte Politikberater ist ein langjähriger Vertrauter von – Donald Trump.

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Es wird nicht lange dauern, bis irgendwelche durchgeknallte Verschwörungstheoretiker eine Kausalität zwischen dem unbeliebten Shutdown und der Polizeiaktion herstellen, die in den rechten Fieberträumen wahrscheinlich von Hillary Clinton dirigiert wurde.

Clinton wurde im Wahlkampf Opfer einer beispiellosen Hackerattacke

Tatsächlich ist Clintons Kampagne im Wahlkampf 2016 das Opfer einer beispiellosen Hackerattacke geworden, in deren Folge Tausende vertrauliche E-Mails bei WikiLeaks veröffentlich wurden.

Die Fäden für diese Verleumdungskampagne soll nach Erkenntnissen des Sonderermittlers Robert Mueller im Hintergrund Stone mit Wissen der Trump-Kampagne gezogen haben.

Lesen Sie auch: Russland-Affäre: Müller verhandelt mit Trump-Vertrauten über Geständnis

Damit rücken die Untersuchungen, um die es zuletzt ruhig geworden war, bedrohlich nahe an den Präsidenten heran. Nicht nur hat er offenbar Schweigegeldzahlungen an Ex-Geliebte angewiesen und möglicherweise sein Umfeld zu Falschaussagen angestiftet. Der Verdacht liegt nahe, dass er auch von den kriminellen Machenschaften zur Schädigung seiner Gegenkandidatin wusste.

Während Trump die USA derzeit für eine politische Fata Morgana in Geiselhaft hält, klärt Mueller unerbittlich auf. Dabei wird immer deutlicher: Die echte Gefahr für die USA droht nicht an der Grenze. Sie sitzt im Weißen Haus.

Von Karl Doemens/RND