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Deutschland / Weltweit SPD-Linker Ottmar Schreiner ist tot
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08:57 07.04.2013
Schreiner blieb den Sozialdemokraten bis zum Schluss treu. Quelle: dpa
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Berlin/Saarbrücken

Schreiner, der bereits seit 32 Jahren im Bundestag saß, war ein erbitterter Gegner der Reform-Agenda 2010 des damaligen SPD-Bundeskanzlers Gerhard Schröder. Auch die von der SPD in der großen Koalition mit beschlossene Rente mit 67 lehnte er strikt ab.

Im vergangenen Jahr hatte Schreiner bereits den Vorsitz der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) niedergelegt, die er zwölf Jahre geleitet hatte.

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Der ehemalige Fallschirmjäger und spätere Jurist stammt aus dem saarländischen Merzig, wo er trotz seines späteren Umzugs nach Saarlouis bis zuletzt auch ein Wahlkreisbüro unterhielt. Der Katholik trat 1969 in die SPD ein und wurde 1980 in der Regierungszeit Helmut Schmidts erstmals in den Bundestag gewählt. 1997/98 war er stellvertretender Fraktionsvorsitzender. 1998 wurde er Bundesgeschäftsführer seiner Partei, aber bereits nach einem Jahr wurde er von Schröder aus dem Amt gedrängt.

Wurde Schreiner früher in der SPD als Pragmatiker geschätzt, so galt er vielen zuletzt als unbeweglicher „Betonlinker“. Eine Zeitlang wurde gar über einen Wechsel zur Linkspartei spekuliert, zumal er sich deren zeitweiligen Vorsitzendem, dem einstigen saarländischen Spitzen-Sozialdemokraten Oskar Lafontaine, weiterhin verbunden fühlte. Doch Schreiner blieb den Sozialdemokraten bis zum Schluss treu.

Zuletzt setzte ihm der Krebs schwer zu. Auch eine schwere Operation überstand er. Schreiner hinterlässt neben seiner Frau auch drei Kinder.

dpa