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Deutschland / Weltweit SUV-Unfall in Berlin – womöglich Parallelen zu Kollision 2011
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20:32 09.09.2019
Zerstörte Ampelanlage an der Kreuzung Invalidenstraße / Ackerstraße: Hier war am Freitagabend ein Porsche SUV auf den Gehweg in eine Fußgängergruppe gerast, vier Personen, zwei Männer, ein Kleinkind und seine Großmutter starben. Quelle: imago images / Rolf Zöllner
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Berlin

Im März 2011 verlor ein Mann auf einer Kreuzung im Stadtteil Eppendorf bei einem epileptischen Anfall die Kontrolle über sein Auto. Mit mindestens Tempo 100 raste er über eine rote Ampel, stieß mit einem zweiten Wagen zusammen und schleuderte in eine Gruppe von Fußgängern und Radlern. Vier Menschen kamen dabei ums Leben, unter ihnen der Schauspieler Dietmar Mues und dessen Frau sowie der Sozialforscher Günter Amendt.

Dreieinhalb Jahre Haft

Im Sommer 2012 wurde der Mann vom Hamburger Landgericht wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichtes hätte er erkennen müssen, dass jederzeit mit einem epileptischen Anfall zu rechnen war. Er habe seine Krankheit verdrängt und seine Ärzte nicht richtig informiert, so das Gericht damals.

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Wer unter Epilepsie mit wiederkehrenden Anfällen leidet, darf in der Regel kein Fahrzeug führen. Als fahrtüchtig gelten Erkrankte nur dann, wenn seit dem letzten Anfall mehrere Monate vergangen sind. Sollte erkennbar sein, dass der Betreffende trotz nicht bestehender Fahrtauglichkeit Autofahren wird und dadurch andere gefährden könnte, kann der behandelnde Arzt laut Deutscher Epilepsievereinigung trotz seiner Schweigepflicht die Straßenverkehrsbehörde informieren.

Ignoriert der Erkrankte die Hinweise des behandelnden Arztes und setzt sich dennoch in ein Auto, obwohl die Fahrtauglichkeit nicht gegeben ist, drohen strafrechtliche Konsequenzen auch dann, wenn der Betreffende den Unfall nicht selbst verschuldet hat.

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Von Tim Szent-Ivanyi/RND

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