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Deutschland / Weltweit Schavan will „Rettungsschirm“ für alle Lehrlinge nach Ausbildung
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Schavan will „Rettungsschirm“ für alle Lehrlinge nach Ausbildung
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10:12 02.09.2009
Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU). Quelle: ddp (Archiv)
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Bund, Länder, Hochschulen, Wissenschaftsorganisationen und die Wirtschaft sollten dazu einen „Pakt für Ausbildung plus Beschäftigung“ schließen. Schavan will dazu noch im September Vertreter aller Seiten zu einem Spitzentreffen an einen Tisch holen.

Die Ministerin will unter anderem branchenspezifische „Nachwuchs-Fonds“ einrichten, in die Unternehmen, die Bundesarbeitsagentur für Arbeit sowie Bund und Länder einzahlen. Aus den Fonds könnten dann Zuschüsse an Firmen fließen, die Lehrlinge nach der Ausbildung übernehmen. Auch die Kurzarbeiterregelung sollte stärker für junge Berufseinsteiger genutzt werden. Dort wo “über Bedarf“ junge Leute ausgebildet worden seien, lasse sich außerdem über Modelle für eine „zeitlich befristete Weiterbeschäftigung“ verhandeln. Je nach Branche seien unterschiedliche Instrumente und Finanzierungen denkbar. Regional gebe es bereits einzelne erfolgreiche Beispiele, nun müsse es einen bundesweiten Schutzschirm geben.

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„Wichtig ist: Alle müssen sich beteiligen“, betonte Schavan, „und es muss jetzt passieren, weil die Situation in den nächsten Wochen und Monaten noch brenzlig ist.“ Junge Menschen würden von der Krise besonders hart getroffen. Die Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen sei allein von Juli bis August um fünf Prozent gestiegen. Im Vergleich zum August 2008 gebe es eine Zunahme um 16,8 Prozent. „Das ist schlecht für die jungen Leute - und für die Unternehmen“, betonte sie. „Die Konjunkturdaten deuten daraufhin, dass sich die Wirtschaft in absehbarer Zeit erholt. Das heißt, die Unternehmen brauchen bald wieder qualifizierte Fachkräfte.“ Das wisse auch die Wirtschaft. In den Unternehmen gebe es eine „große Bereitschaft, hier etwas zu tun“, wenn zusätzlich Unterstützung von außen komme.

„Wir haben mit dem Ausbildungspakt viel erreicht“, sagte Schavan. Die großen Defizite an Lehrstellen seien eingedämmt worden. Nun habe sich das Problem aber insbesondere auf den Übergang von der Ausbildung zum Berufseinstieg verschoben. Sie sei überzeugt, dass diese Schwierigkeiten mit dem neuen Pakt ebenso zu bewältigen seien.

ddp