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Deutschland / Weltweit Sechs Millionen Versicherte erhalten Geld zurück
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21:33 18.09.2012
Quelle: dpa
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Hannover

Von Ausschüttungen profitieren zudem bereits eine Million Mitglieder kleiner Kassen. Gesundheitsminister Daniel Bahr forderte alle finanzstarken Kassen am Dienstag auf, dem Vorbild der TK zu folgen.

Einen offiziellen Beschluss soll der Verwaltungsrat der TK am 12. Oktober fällen. Bis dahin bleibt offen, in welcher Höhe die Versicherten profitieren werden. Das Spektrum bewegt sich nach Angaben von Kassenchef Jens Baas zwischen 60 und 120 Euro pro Jahr. Er begründete die geplante Entlastung damit, dass die TK ihre Rücklagen auf die gesetzlich maximal zulässige Höhe aufgefüllt habe. Der allgemeine Satz aller Kassen ist jedoch gesetzlich bei 15,5 Prozent festgeschrieben und soll laut Minister Bahr nicht geändert werden. Den Kassen bleibt daher bei einer guten finanziellen Entwicklung nur die Möglichkeit, Geld zurückzuzahlen. „Eine Prämienausschüttung entspricht übersetzt einer Beitragssatzsenkung von 0,3 bis 0,6 Prozentpunkten“, erläuterte TK-Chef Baas. Ungeklärt ist noch, ob auch diejenigen Mitglieder profitieren werden, die noch in diesem Jahr der Kasse beitreten.

Bahr begrüßte die Pläne von Deutschlands zweitgrößter Krankenkasse. Die Überschüsse seien das Geld der Versicherten, und Patienten und sollten nicht auf Konten gehortet werden. In den Vorstandsetagen werde der Druck nun größer werden, die hohen Ersparnisse zu rechtfertigen, sagte der FDP-Politiker.

Der Chef des AOK-Bundesverbands, Jürgen Graalmann, sprach dagegen von einer „Marketing-Aktion“ für Neukunden, die dem Sicherheitsbedürfnis der Menschen beim Thema Krankheit nicht gerecht werde. Einige Kassen setzten offenbar auf eine „Geiz-ist-geil-Mentalität“. Die AOK baue dagegen auf Stabilität. Der Branchenführer Barmer GEK und die Betriebskrankenkassen (BKK) plädierten ebenfalls für Leistungsausweitung statt Prämienausschüttung.

Auch die Krankenkasse KKH in Hannover will dem Beispiel der TK nicht folgen. „Wir fühlen uns nicht unter Zugzwang“, erklärte ein Sprecher. Ganz ausschließen wollte er einen solchen Schritt jedoch auch nicht. Für die KKH stehe aber die Qualität ihrer Leistungen im Vordergrund. Die KKH hatte vergangenes Jahr einen Überschuss von 140 Millionen Euro erzielt. Der Sprecher wies darauf hin, dass im ersten Halbjahr 2012 die Leistungsausgaben deutlich stärker gestiegen seien als die Einnahmen.

Die gesetzliche Krankenversicherung verfügt über Reserven von rund 22 Milliarden Euro.