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Deutschland / Weltweit Soldat aus Hannover getötet, General schwer verletzt
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Soldat aus Hannover getötet, General schwer verletzt
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15:19 29.05.2011
Von Klaus von der Brelie
Im Hof des Gouverneurspalastes von Tachar sprengten sich angebliche mehrere Selbstmordattentäter in die Luft. Quelle: dpa
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Die radikal-islamischen Taliban haben am Sonnabend in Tachar, der Haupstadt der nordafghanischen Provinz Talokan, mindestens sieben Menschen getötet, darunter auch zwei Soldaten der Bundeswehr: Einen 31-jährigen Hauptfeldwebel aus Hannover und einen 43-jährigen Major aus Kastellaun. Der hannoversche Generalmajor Markus Kneip, Kommandeur der Internationalen Schutztruppe Isaf in Nordafghanistan, überlebte den Anschlag schwer verletzt. Er wurde gemeinsam mit weiteren Verletzten in das deutsche Rettungszentrum nach Kundus gebracht und dort medizinisch versorgt.

Aus Bundeswehrkreisen ist zu hören, dass Generalmajor Kneip Brand- und Splitterverletzungen erlitten hat. Sein Zustand sei stabil, er sei ansprechbar. Kneip ist derzeit der ranghöchste deutsche Soldat in Afghanistan, in Deutschland steht er an der Spitze der in Hannover beheimateten 1. Panzerdivision. Bei dem Anschlag kam ein Major ums Leben, der zu Kneips engsten Mitarbeitern zählte. Außerdem starb einer von Kneips Personenschützern.

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Wie die afghanischen Behörden mitteilten, ereignete sich der Anschlag im Hof des Gouverneurspalastes von Tachar. Dort sprengten sich angebliche mehrere Selbstmordattentäter in die Luft, nachdem sich Kneip mit dem Gouverneur und weiteren Persönlichkeiten getroffen hatte, um die Lage nach den jüngsten Unruhen in der Stadt zu erörtern. Auch der Polizeichef von Nordafghanistan, Daud Daud, zwei seiner Bodyguards und der persönliche Sekretär des Gouverneurs sind getötet worden. Gouverneur Abdul Jabar Takwa sei verletzt worden.

Wie viele Verletzte es insgesamt gab, war zunächst unklar. In afghanischen Meldungen ist von bis zu 30 Opfern die Rede.

Die Provinzhauptstadt Talokan war kürzlich Schauplatz heftiger Proteste gegen die ausländischen Truppen gewesen, in deren Verlauf mehrere Demonstranten getötet wurden und auch ein Bundeswehrlager angegriffen wurde. Dabei haben deutsche Soldaten auch gezielte Schüsse abgegeben und wahrscheinlich mindestens zwei Demonstranten getötet. Generalmajor Kneip hatte eine gründliche Untersuchung dieser Ereignisse eingeleitet und auch die deutsche Justiz eingeschaltet.

Kurz vor dem Anschlag hielt Kneip im Feldlager Kundus auf der Trauerfeier des in Afghanistan getöteten Soldaten Markus M. eine Rede. Direkt im Anschluss brach der Generalmajor nach Tachar auf.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.