Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Deutschland / Weltweit Spitzenbeamter stolpert über Facebookposting
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Spitzenbeamter stolpert über Facebookposting
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:26 19.04.2012
Daniel Rousta (SPD), noch Ministerialdirektor im Finanz- und Wirtschaftsministerium.
Daniel Rousta (SPD), noch Ministerialdirektor im Finanz- und Wirtschaftsministerium. Quelle: dpa
Anzeige
Stuttgart

Der Ministerialdirektor hatte auf seiner Facebook-Seite die Liberalen als „FDPisser“ bezeichnet. „Er ist nächste Woche nicht mehr im Amt“, sagte ein führender Sozialdemokrat am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa.

Rousta ist derzeit noch mit einer großen Wirtschaftsdelegation in Russland, wo er seinen Chef, Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD), vertritt. Schmid rüffelte das Verhalten des Spitzenbeamten als „unangemessen“ und bestellte ihn für Samstag zum Rapport. Der Rauswurf stehe aber bereits fest, hieß es aus einer weiteren Quelle. Der 38-Jährige sei schon früher wegen flapsiger Sprüche auf seiner Facebook-Seite gerügt worden. Schmid müsse aufpassen, dass die Affäre nicht auf ihn abfärbe, sagte ein Genosse.

Die oppositionelle CDU war noch am Donnerstag im Stuttgarter Landtag mit einem Antrag auf Entlassung des Beamten gescheitert. CDU-Fraktionschef Peter Hauk monierte, unter anderem habe Rousta das Bild einer Frau im kurzen, geschlitzten Kleid und hochhackigen Schuhen in gebückter Haltung veröffentlicht, die in einen Hubschrauber kletterte. Das Bild habe folgenden Text gehabt: „Es war nicht alles schlecht.“ Darin sah die CDU verdeckten Sexismus.

Auf seiner Facebook-Seite hatte sich Rousta am Mittwoch für die Beleidigung der Liberalen („FDPissern“) im Zuge der gescheiterten Rettung für die insolvente Drogeriekette Schlecker entschuldigt. „Das war blöd und hat den Vorsitzenden der FDP-Landtagsfraktion in Ba-Wü und mit ihm sicherlich auch viele FDP-Mitglieder verletzt. Dafür entschuldige ich mich in aller Form und habe das Posting gelöscht.“ Weiter schrieb er: „In dem einen Fall ist mir einfach der Gaul durchgegangen - Sorry, Herr Rülke, Sorry Liberale dieser Welt.“

dpa